Heute hätte ich mich wieder einmal nach Westen aufgemacht. In Saalfelden am Steinernen Meer in Salzburg wäre am Abend eine weitere Show der „Global Warming Party“ der Science Busters auf dem Programm gestanden. Die ist aber abgesagt, genau so wie all unsere anderen Auftritte seit Anfang März. Ich habe schon ausführlich über alle entfallenen Shows und die an den jeweiligen Orten verpasste Wissenschaft berichtet (aus Wildon, Wien, Passau, München, nIngolstadt, Grafenwörth, Salzburg, Leipzig, Dresden, Berlin, Wien und nochmal Wien). Mir gehen die Absagen schon ziemlich auf die Nerven, aber es hilft ja leider nix. Also schreib ich stattdessen einfach weiter über die abgesagte Tour und die Wissenschaft an den Orten, an denen die Science Busters nicht auftreten können.

Saalfelden am Steinernen Meer hat mich da allerdings vor ein paar Probleme gestellt. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass man die Wissenschaft ÜBERALL finden kann. Also natürlich auch in Saalfelden. Dort gibt es zum Beispiel jede Menge interessante Geologie (nicht umsonst der Zusatz „am Steinernen Meer“). Aber um darüber zu schreiben wäre es gut, auch mal dort gewesen zu sein um mit eigenen Augen gesehen zu haben, was dort alles abgeht. In Saalfelden war ich aber leider noch nie (umso mehr ärgert mich die Absage unserer Show). Prominente Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler sind dort leider nicht geboren oder ansäßig (im Gegensatz zu WintersportlerInnen, von denen Saalfelden jede Menge hat). Ich habe daher einfach mal auf Verdacht „Wissenschaft“ und „Saalfelden“ per Suchmaschine recherchiert und bin auf einen Kaffeeladen gestoßen der – soweit ich das sehe – im wesentlichen Kaffee verkauft. Wogegen absolut nix einzuwenden ist, nur Wissenschaft konnte ich dort nicht entdecken.

Dabei gäbe es genug Wissenschaft die mit dem Kaffee zusammenhängt. Zum Beispiel jede Menge Chaostheorie und Wissenschaftsgeschichte, wie ich vor langer Zeit schon mal ausführlich berichtet habe. Man kann sich auch höchst wissenschaftlich mit der Zubereitung von Kaffee beschäftigen. Das machen zum Beispiel mein Science Busters Kollege Helmut Jungwirth und sein Team vom Geschmackslabor der Universität Graz. Kaffee, der mit dort hergestellter essbarer Erde (ja, tatsächlich – Erde) gebraut wurde hat sogar einen Preis gewonnen. Wenn ihr auf dem laufenden bleiben wollt was dort in Sachen Geschmackswissenschaft abgeht, kann ich euch den Instagram-Account von Helmut Jungwirth empfehlen. Wie komplex Kaffee ist, könnt ihr auch in der Arbeit „Systematically Improving Espresso: Insights from Mathematical Modeling and Experiment“ nachlesen bzw. euch das ganze verständlich im Methodisch-Inkorrekt-Podcast erklären lassen.

Über Kaffee kann viel und lange geforscht werden, aber ich fürchte, in Saalfelden trinkt man ihn eher anstatt ihn wissenschaftlich zu analysieren. Ich bin mir sicher, dass auch dort coole Wissenschaft zu entdecken ist. Und vielleicht habe ich ja Leserinnen oder Leser aus der Gegend hier im Blog die ein paar Tipps geben können, was es dort zu erleben gibt? Ich hoffe ja sehr, dass ich irgendwann doch noch mal dort zu Besuch kommen kann!

Die abgesagte Science-Busters-Tour wird derweil leider weiter gehen; es stehen Anfang Juni noch Shows in Linz und Wien auf dem Kalender und dann folgen leider schon die Ersatztermine die wir im März optimistischerweise für dort abgesagte Shows im Juni vereinbart haben und die nun ebenfalls abgesagt sind. Hoffen wir auf den Sommer, hoffen wir dass die zweite Welle rechtzeitig vorbei ist um im Herbst unter mit halbwegs normalen Bedingungen auf die Bühne gehen zu können (obwohl ich da ja leider ein wenig pessimistisch bin…)

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Die abgesagteste Tour des Wissenschaftskabaretts

Ein Gedanke zu „Kaffee und Wissenschaft: Die Science Busters kommen nicht nach… Saalfelden!“
  1. Na wenn das so ist, dann fahre ich heute doch nicht nach Saalfeld. Obgleich mir das Steinerne Meer bisher nur aus einem bebilderten Reisebericht der Clique meiner Etern bekannt ist. Schade eigentlich.

    Ernsthaft: eine sehr hübsche Artikelserie, egal, ob frustgeboren oder nicht.

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