Letzte Woche habe ich über die kommenden Missionen bei der Erforschung des Sonnensystems geschrieben. 2015 werden Raumsonden der NASA sowohl den Zwergplanet Ceres als auch den Zwergplanet Pluto aus nächster Nähe untersuchen. Diese beiden Missionen sind schon seit Jahren aktiv und die Raumfahrzeuge Dawn und New Horizons schon lange unterwegs im Weltraum. Wir können also mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sie ihr Ziel nächstes Jahr auch erreichen. Aber natürlich sind die Wissenschaftler immer auch damit beschäftigt, zukünftige Missionen zu planen. Denn zu entdecken und zu erforschen gibt es da draußen noch genug. Zum Beispiel den Jupitermond Europa, der ohne Zweifel zu den faszinierendsten Himmelskörpern im Sonnensystem gehört.

Europa ist mit einem Durchmesser von 3120 Kilometern ein ziemlich großer Mond. Er ist fast so groß wie der Mond unserer Erde und der sechstgrößte Mond des Sonnensystems. Allein das würde ihn schon zu einem interessanten Ziel machen. Aber Europa hat noch mehr zu bieten: Jede Menge Wasser beispielsweise! Wir wissen mittlerweile, dass Europa einen Kern aus Metall und Gestein besitzt und darüber befindet sich ein tiefer Ozean aus flüssigem Wasser der von einer dicken Schicht aus Eis bedeckt ist. Und „tief“ heißt hier wirklich tief: Da wo die Meere auf der Erde nur wenige Kilometer tief sind, misst die Wasserschicht auf Europa bis zu 100 Kilometer! Die gesamte Wassermenge Europas ist vergleichbar mit der Menge des irdischen Wassers und übersteigt diese sogar vielleicht noch!

Schon in den 1990er Jahren hat die Raumsonde Galileo die eisbedeckte Oberfläche von Europa ausführlich fotografiert. Diese Bilder hat die NASA nun neu aufbereitet und veröffentlicht. Und sie sehen toll aus:

Bild: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute
Bild: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute

Größere Versionen des Bildes findet ihr bei der NASA. Die Auflösung beträgt 1,6km pro Pixel und man erkennt auf diesem Bild wunderbar die vielen Spalten im Eis durch die Wasser vom unterirdischen Ozean bis an die Oberfläche gelangen kann. Dadurch wissen wir auch dass der Ozean Europas denen der Erde sehr ähnlich ist. Es gibt dort flüssiges, salzhaltiges Wasser – Wasser, in dem vielleicht sogar Leben entstanden ist? Das ist die Frage, um die sich alles dreht bei Europa… Von all den Himmelskörpern unseres Sonnensystems ist er gemeinsam mit dem Mars (und eventuell auch dem Saturnmond Enceladus) das beste Ziel, um nach außerirdischen Leben zu suchen. Auf dem Mars tun wir das ja schon länger. Unser Nachbarplanet ist aber auch vergleichsweise leicht erreichbar. Jupiter ist noch ein ganzes Stück weiter weg und eine Mission dorthin entsprechend aufwendiger und teurer. Aber im Gegensatz zum Mars gibt es auf Europa auch heute noch flüssiges Wasser und es wäre wahnsinnig interessant herauszufinden, ob die Ozeane dort steril sind oder vielleicht Spuren von Leben enthalten.

Missionen zu Europa werden immer wieder mal geplant (siehe zum Beispiel hier) – aber so richtig geworden ist daraus bis jetzt noch nichts. Die Europäische Weltraumagentur hat zumindest noch JUICE im Programm. Aber da wird man an Europa (und dem Mond Kallisto) nur vorbeifliegen und später eine Umlaufbahn um Ganymed einehmen, den größten Mond des Sonnensystems (und auch das nicht vor 2030). Eigentlich war geplant gemeinsam mit der NASA auch Europa genauer zu untersuchen, aber die Europa-Jupiter-System Mission wurde von der NASA aus finanziellen Gründen gestrichen.

Aber eventuell tut sich da demnächst etwas! Neben den aufbereiteten Europa-Bilder hat die NASA kürzlich auch ein Video veröffentlicht:

Das scheint fast so auszusehen, als würde man sich bei der NASA auf einen neuen Versuch der Europa-Erforschung bereit machen. Das sieht auch Phil Plait bei „Bad Astronomy“ so und merkt außerdem an, das vor kurzem ein Politiker zum Chef des für die Forschung zuständigen Komitees geworden ist, der als Befürworter einer Europa-Mission bekannt ist.

So eine Mission kann natürlich auf verschiedene Arten ablaufen. Man könnte einfach nur zu Europa fliegen und den Mond mit wirklich hochauflösenden Kameras untersuchen; vielleicht aus einer niedrigen Umlaufbahn spektroskopische Untersuchungen des Eises anstellen, und so weiter. Die dabei gewonnenen Daten wären enorm hilfreich beim Verständnis dieses speziellen Himmelskörpers und eine gute Grundlage für alle weiteren Missionen. Aber natürlich wäre es noch ein wenig besser – und viel spektakulärer! – wenn man auch Europa landen würde!

Rein technisch ist das sicher machbar. Wenn wir auf einem Kometen landen können, dann können wir das auch auf Europa (vor allem, weil wir diesen Mond jetzt schon viel besser kennen als Rosettas Komet zum damaligen Start der Mission). Und auf der Oberfläche des Mondes könnte man sich dann vielleicht auch eine Stelle suchen, an der Wasser nach oben dringt und es chemisch untersuchen. Dann könnten wir direkt nachweisen, ob es dort Leben gibt oder nicht… Noch aufregender wäre eine Landeeinheit, die sich irgendwie durch das dicke Eis bohren und den unterirdischen Ozean selbst erforschen kann. Aber das geht derzeit wohl noch zu sehr in den Bereich Science-Fiction. Eine Mission zu Europa mit Landung auf der Oberfläche wäre fürs Erste schon aufregend genug und wenn man dort dann Hinweise auf Leben findet, kann man ja immer noch eine zweite Mission schicken (und hätte vermutlich auch weniger Probleme, das Geld dafür genehmigt zu kriegen als heute).

Ich bin schon gespannt, ob sich die Weltraumagenturen in den nächsten Jahrzehnten doch noch einmal genauer mit Europa beschäftigen werden. Ein lohnenderes Ziel für eine Landung wird man kaum finden. Und egal was man finden würde: Es würde mit Sicherheit eine der spektakulärsten Missionen in der Geschichte der Raumfahrt werden!

49 Gedanken zu „Erleben wir demnächst die Erforschung von Europa (der Mond, nicht der Kontinent)?“
  1. Europa fand ich schon immer (genauer gesagt seit den Odyssee- Romanen) sehr interessant und würde mich sehr freuen, wenn noch zu meinen Lebzeiten eine Expedition dorthin durchgeführt werden würde…

  2. Gabs nicht schon mal Pläne Europa anzubohren und dann ein U-Boot runterzulassen? Ich dachte das war das Ziel der Mission von ESA und NASA, die dann von der NASA erstmal gecancelt wurde.

    1. @Ben: „Pläne“ gibt es immer jede Menge. Aber KONKRETE Missionplanungen sind mir über eine Uboot für Europa nicht bekannt (es gab diverse Vorstudien u.ä. aber das ist ja im Text alles erklärt und verlinkt; auch zur Unterwasserforschung). Und so schnell wird das auch nicht passieren. Bevor man da tatsächlich mit nem Uboot hinfliegt, wird bzw. muss man zuerst einmal konventionell landen und sich alles anschauen.

  3. Zum Glück wird erst mal nur ein unbemanntes Raumschiff nach Europa geschickt. Nicht dass es am Ende so schief geht wie im Film „Europa Report“ 😉

  4. Die Oberfläche von Europa dürfte ja recht frostig sein. Wird das Wasser drinnen flüssig gehalten durch Wärme aus dem Gesteinskern? Stelle mir das da unten auch ziemlich kalt vor, das Wasser. Und dunkel. Was das dann für Leben ist? Alles was bei uns in der Tiefsee rumlümmelt lebt ja entweder direkt oder indirekt von Biomasse die von weiter oben herabsinkt oder hängt an Symbiosen mit irgendwelchen Bakterien die kein Sonnenlicht brauchen. Müsste ja dann eigentlich – wenn überhaupt – eher in die Richtung gehen. Hoffentlich hockt das Viehezug dann nicht nur in 100km Tiefe – da dürfte es schwer sein aufzutreiben 🙂

    1. @knorke: „Wird das Wasser drinnen flüssig gehalten durch Wärme aus dem Gesteinskern? „

      Vor allem durch die Gezeitenreibung, die von Jupiter verursacht wird. Darum ist ja auch Io vulkanisch so aktiv. Die Monde werden durch die Gezeiten quasi „durchgeknetet“ und dadurch heiß.

  5. Vielleicht könnte sich eine genügend grosse Radionuklidbatterie der Sonde durch das Eis schmelzen.

    „Hey, wir haben Leben gefunden!“

    Zweite Mission, ein paar Jahre später: „Wir finden kaum noch Leben. Aber was auch immer überlebt hat… es hat eine auffällig hohe Mutationsrate… komisch…“

    Eine Landung auf Europa fände ich gerade so faszinierend wegen den Szenen aus „Interstellar“… 🙂

  6. Werden solche unter“ird“ischen Wasservorkommen nicht auch auf Ceres vermutet? Dann bekämen wir ja schon nächstes Jahr nähere Hinweise, wie sowas aussehen könnte.

  7. Hoffentlich hockt das Viehezug dann nicht nur in 100km Tiefe – da dürfte es schwer sein aufzutreiben 🙂
    naja, da europa kleiner als unser mond ist und entsprechend nur seine masse (oder sogar kleiner) dürfte da am grund auch nur ein entsprechend niedriger druck herrschen…also wohl weniger als auf der erde in 10km tiefe, was ja sogar schon bemannte uboote geschafft haben, demzufolge fürn kleines unbemanntes ein klacks! 😉
    nur die temperatur könnte evtl zum problem werden…

  8. Eine Landesonde, die sich unter das Eis bohrt und den darunterliegenden Ozean untersucht, hat zwei Probleme.
    Erstens die Energieversorgung. Ein Isotopengenerator liefert die zwar zuverlaessig, aber an elektrischer Energie nicht ueberragend viel, auch wenn er im Wasser gut gekuehlt wird und ein grosses Temperaturgefaelle hat.
    Und dann sammelt die Sonde Daten und muss die auch wieder loswerden. An eine Orbitalsonde, wie Rosetta oder die Sonden, die um den Mars kreisen. Dummerweise dringen nur sehr langwellige Funkwellen ( wir reden hier von Frequenzen von hoechstens einigen 10 Kilohertz) ueberhaupt in (Salz-)Wasser (bestenfalls ein paar Meter, U-Boote muessen fuer Laengstwellenfunk fast auftauchen). So kurze Wellen, wie sie fuer die Uebertragung erforderlich waeren, haben keine Chance.
    Man muss also (wiedermal) mit wenig elektrischer Energie auskommen (100W waeren viel) und hat ein Kommunikationsproblem. Wird interessant werden, wenn man das tatsaechlich durchfuehren will. Bis dahin kann man am besten frisches Eis untersuchen, fuer das das Wasser aus Spalten nach oben gedrueckt wurde.

  9. Ziemlich sicher, denn… war es in Natur oder Science? …egal, jedenfalls wurde ein Projekt ausgeschrieben das zwar mit einem eher beschränkten Budget auskommen musste (ich glaub es waren 2 billionen USD) und die NASA wäre für Vorschläge offen. Irgendwie ist das den Darper Labs zugetragen worden die jetzt wohl ein Cubesatprojekt aufsetzen… rapid response irgendwas…

    Schade um den Europa Clipper, aber wir werden bald mehr von diesem Mond sehen. Nicht mal ein Zwergplanet und schon eine ausgewachsene Ozeanwelt. Mir gefällt es 🙂

  10. Zum Glück wird man wohl in naher Zukunft noch nicht dran denken können, eine Sonde oder Teile einer Sonde sich durch das Eis schmelzen und in den Ozean dort abtauchen zu lassen. Wenn es dort eventuell tatsächlich Leben geben sollte, wäre die Gefahr einer Kontamination durch eingeschleppte irdische Mikroorganismen zu befürchten – allen Bemühungen, die Sonde zu sterilisieren zum Trotz.
    Also lieber erst mal ober“europäisch“ erkunden und dann mit den gewonnenen Daten sich eine gute Strategie für weitere, auch „Tauch“missionen, ausdenken.

  11. Ist mir irgendwie entgangen. Jedenfalls ist die Idee eine Muttersonde ins Orbit zu bringen, die möglichst viele, kleine Sensoren auf der Oberfläche verstreut. Eine recht kostengünstige Variante.

  12. @#8 knorke … mal black smoker googeln … kommt nicht alles von oben…
    das ist ja gerade der spass an europa… noch ist die entstehung des lebens aus black smokern nicht kompett vom tisch.
    also evtl Europa ==> entstehung des lebens aus der tiefe….wer weiss… erst, wenn man mal auf europa taucht:)

  13. Ich denke, dass das Hauptproblem die Strahlenbelastung sein wird. In dieser Nähe zu Jupiter hat man sicher sehr hohe Werte und eine Sonde im Orbit von Europa würde da dauerhaft massiv belastet. Vermutlich gäbe es auch nur kurze Phasen einer Funkverbindung zur Erde. Außerdem: Durchschmelzen ? Schon eine Landung wäre schwierig. Macht man Airbags ? Fallschirme ? Kran ? Bremsdüsen ? Es ist eine unbekannte Oberfläche, sehr kalt, rutschig ?, zerklüftet ?, eben ? und vielleicht sogar ‚feucht‘ ? Ich stell mir gerade vor wie es wäre die Requirements für so einen Lander zu definieren 🙂

  14. Hat man eigentlich schon eine Hypothese, wie Europa entstanden ist und warum er zu so großen Teilen aus Wasser besteht (laut Kevin Hand im verlinkten Video die zwei- bis dreifache Menge dessen, was auf der Erde in flüssiger Form vorhanden ist)?

    Dass seine Zusammensetzung so krass von den anderen Jupitermonden abweicht, deutet ja darauf hin, dass er sich nicht in der Jupiter-Umlaufbahn geformt hat, sondern irgendwo anders und dass er danach erst von Jupiter eingefangen wurde. Oder täusche ich mich da?

    1. @Spritkopf: „Dass seine Zusammensetzung so krass von den anderen Jupitermonden abweicht, deutet ja darauf hin, dass er sich nicht in der Jupiter-Umlaufbahn geformt hat, sondern irgendwo anders und dass er danach erst von Jupiter eingefangen wurde. Oder täusche ich mich da?“

      Ich würde nicht sagen, dass er so „krass“ anders zusammengesetzt ist. Das sind da draußen halt alles kleine Gestein/Eiskörper; so wie die anderen Monde der anderen Planeten oder die Asteroiden im Kuipergürtel. Europa liegt halt gerade im richtigen Abstand, dass die Gezeitenkräfte von Jupiter einen großen flüssigen Ozean erzeugen. Entstanden ist der Mond sicher nicht irgendwo anders. Dafür sind sich die galileischen Monde viel zu ähnlich und es ist himmelsmechanisch vermutlich auch schwer machbar, einen Mond wie Europa so einzufangen, dass er dabei nicht alle anderen Monde massiv stört bzw. rauswirft.

  15. @Spritkopf
    Ich denke es hat eher mit der Temperatur und Dichte zu tun. Europa hat eben gerade die Temperatur und Diche, dass sich Wasser halten kann. Auf Io ist es schon verdunstet und entwichen, auf den anderen Monden in H2 und O2 zerlegt und entwichen. Auf Europa schützt der Eismantel.

  16. @Spritkopf

    Sowohl Ganymed als auch Kallisto dürften ebenfalls Ozeane unter der Oberfläche haben, nur ist die Eisschicht jeweils dicker und das Eis nicht so frisch und sauber an der Oberfläche wie bei Europa, bei der kürzlich Plattentektonik der Eiskruste nachgewiesen wurde. Das dürfte daran liegen, dass Europa näher am Jupiter kreist und stärker durch Gezeitenkräfte erwärmt wird, als Ganymed und Kallisto (Io ist noch näher dran und hat direkten Schwefelvulkanismus). Das flüssige Wasser ist bei Europa somit „erreichbarer“ als bei den anderen Monden, es findet ein Austausch mit der Oberfläche statt. Es gibt sogar Hinweise auf Geysire, die das Wasser bis in den Weltraum blasen, man könnte es quasi im Vorbeiflug auffangen und analysieren.

    Europa ist auch deswegen spannend für die Entwicklung von Leben, weil bei ihr der flüssige Ozean vermutlich direkten Kontakt mit dem Gesteinskern darunter hat, während bei Ganymed noch eine Schicht Eis dazwischen liegen dürfte (bei Kallisto scheint nicht so klar zu sein, was unter dem Ozean liegt, möglicherweise ein undifferenziertes Gemisch aus Gestein und Eis). Zugang zu Mineralien und/oder heißen Quellen wäre eine vielversprechende Voraussetzung für die Entstehung von Leben (jedenfall vielversprechender als eine Eisschicht dazwischen, die jeden Austausch blockieren würde).

  17. @FF

    Ich würde nicht sagen, dass er so “krass” anders zusammengesetzt ist.

    Stimmt, richtiger wäre gewesen zu schreiben, dass „er ein Vielfaches mehr an Wasser aufweist als die anderen Jupitermonde“. Dafür muss es ja einen Grund geben, entweder eine Erklärung wie die von Franz oder dass bei der Entstehung von Europa besonders große und zu großen Teilen aus Eis bestehende Kometen beteiligt waren.

  18. @Alderamin
    Hab dein Post erst nach dem Absenden gesehen. Ich wusste gar nicht, dass auch Ganymed und Kallisto solche großen Wassermengen aufweisen.

    Es gibt sogar Hinweise auf Geysire, die das Wasser bis in den Weltraum blasen, man könnte es quasi im Vorbeiflug auffangen und analysieren.

    Stimmt, ich kann mich an ein Foto (von einer der Voyager-Sonden?) erinnern, welches einen riesigen Geysir auf einem der Jupitermonde zeigte.

  19. @Spritkopf

    Das muss dann ein Vulkan auf Io gewesen sein oder ein Geysir auf Triton (oder auf Enceladus, von Cassini aufgenommen). Die Fontänen auf Europa wurden erst kürzlich mit dem Hubble-Teleskop indirekt nachgewiesen. Übrigens von Wissenschaftlern der Uni Köln.

    Große Wassermengen sind auf den äußeren Objekten des Sonnensystems eher die Regel, denn Wasserstoff und Sauerstoff gibt es im All in großer Menge. Nur im inneren Sonnensystem, innerhalb der „Eisgrenze„, da war es während der Entstehung des Sonnensystems und weiter innen auch danach unter Sonnenbestrahlung zu heiß für dauerhaft gefrorenes Wasser. Deswegen sind Mond und Mars so trocken, auf der Erde schützt die Atmosphäre das Wasser, das durch Asteroiden und Kometen später auf die Erde gebracht wurde. Es gibt aber sogar in einigen polnahen Kratern auf dem Merkur Eis (offenbar sogar mehr als in solchen Kratern auf dem Mond). Dieses Eis wurde wohl wie bei der Erde von eingeschlagenen Kleinkörpern dort deponiert.

  20. Das wär doch was:

    Spätestens seit den 1980er Jahren gilt Kallisto als mögliches Ziel der bemannten Raumfahrt für die Zeit nach einem bemannten Marsflug, da sie außerhalb des Strahlengürtels um den Jupiter liegt.[3]

    Im Jahr 2003 veröffentlichte die NASA eine Studie mit dem Titel Revolutionary Concepts for Human Outer Planet Exploration (deutsch etwa Revolutionäre Konzepte zur Erkundung der äußeren Planeten durch Menschen), die eine solche Mission – mit Start ab 2045 – in verschiedenen Varianten diskutiert. Als Gründe für die Wahl von Kallisto als Ziel wurden zum einen die stabile Geologie und die vergleichsweise geringe Entfernung zur Erde genannt. Weiterhin könne das Eis auf der Oberfläche zur Gewinnung von Wasser und Treibstoff genutzt werden. Als weiterer Vorteil wurde die geringe Distanz zu Europa bezeichnet, dies ermögliche es der Besatzung, Roboter auf diesem wissenschaftlich äußerst interessanten Mond mit geringer Latenz fernzusteuern, ohne dessen Strahlung ausgesetzt zu sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kallisto_(Mond)#M.C3.B6gliche_bemannte_Missionen

    Ist schon klar das das noch in weiter Ferne liegt, und das die Jupitermonde vorher noch durch Sonden erkundet werden (müssen). Und das wir noch nicht einmal am Mars waren, und, und, und…

    Wär trotzdem was!

  21. > Wär trotzdem was!

    Was willst Du dort machen? Dir den Allerwertesten abfrieren? Ich kann mir keinen Grund vorstellen, der es rechtfertig, dort eine Kolonie zu bauen. Dagegen ist ja sogar der Mars ein Garten Eden.

  22. @Chemiker
    Wozu überhaupt Planeten in unserer Umgebung kolonialisieren? Besser gleich mit einem(oder mehreren) Kolonieschiff(en) durch das Sonnensystem und in weiterer Folge durch Galaxien düsen… zum Rohstoffabbau reichen Roboter. Aber das ist leider alles noch Science-Fiction…

  23. Wer hat denn von Kolonien geredet?
    Da gehts um die Erforschung und: To boldly go where no one has gone before…
    Ihr Banausen!

    Was für Vorteile eine bemannte Mission zu Kallisto hätte steht ja auch im verlinkten Wikiartikel. Tatsache ist doch: Europa und Ganymed sind höchst interessant, nicht nur wegen der Möglichkeit von Leben. Die Funktionalität von Sonden, besonders in so großer Entfernung wird viele Jahre im Voraus geplant und festgelegt. Spielraum bzw. die Möglichkeit auf gewonnene Erkenntnisse oder erkannte Gegebenheiten zu reagieren gibts da so gut wie nicht. Mit einem Aussenteam auf Kallisto würde das ganze schon anders aussehen.

  24. Als Forschungsprojekt wäre ein Flug zu Kallisto natürlich traum­haft. Allerdings halte ich es für viel wahr­schein­licher, daß Angela eine Affäre mit Vladimir beginnt, als daß ich so etwas noch er­leben kann.

    Und Roboter sind bereits jetzt besser als Menschen (weil man sie nicht zurück­holen muß), das wird sich in der Zukunft nicht ändern, also kommt eine be­mannte Mission eh nicht in Frage.

    Aber ich stelle mir das Leben dort hart, kalt und finster vor. Außer­dem fällt mir nichts Wissen­schaft­liches oder Kom­merziel­les ein, was eine dauer­­hafte Be­siede­lung at­traktiv machen könnte. Astro­nomie kann man auch von der Rück­seite des Mondes be­treiben, zum Berg­bau höhlt man irgend­welche Asteroiden aus, und wenn man denn un­bedingt aus­wandern will, dann wäre der Mars ein besseres Ziel.

    Mit diesem Programm, so vermute ich, sind die nächsten fünf­hundert Jahre bereits überfordert.

  25. @Alderamin

    Das flüssige Wasser ist bei Europa somit “erreichbarer” als bei den anderen Monden, es findet ein Austausch mit der Oberfläche statt. Es gibt sogar Hinweise auf Geysire, die das Wasser bis in den Weltraum blasen, man könnte es quasi im Vorbeiflug auffangen und analysieren.

    Mhm… hat die Cassini-Sonde mit dem Enceladus Mond gemacht – ist zwar ein Saturnmond, aber die Idee ist überraschend praktikabel.

    Spritkopf
    Dafür bin ich aber auf dieses Foto von Geysiren auf Enceladus gestoßen.

    Ganz genau…

    Verschiedene Teile meines Bewusstseins schreien sich in dem Zusammenhang immer an: der eine verlangt nachdrücklich das die Sonde und ihre kostbare Fracht irgendwie geborgen werden muss um sie auf Virionen zu untersuchen, der andere weist schlicht darauf hin das eine milliarde Kilometer kein Katzensprung sind, den man mal kurz überbrückt.

    Was willst Du dort machen? Dir den Allerwertesten abfrieren? Ich kann mir keinen Grund vorstellen, der es rechtfertig, dort eine Kolonie zu bauen. Dagegen ist ja sogar der Mars ein Garten Eden.

    Ich bin mir gar nicht mal so sicher das es dort keine Wärmequellen gibt, wenn man Enceladus als Vergleich heranzieht… Tigerstripes…

    Und ich halte einen nicht-terrestrischen Ozean für eine ziemlich gutes Argument für eine Forschungsstation. Ob die jetzt unbedingt bemannt sein muss, das sei dahingestellt.

    @Frantischek
    Und das wir noch nicht einmal am Mars waren, und, und, und…

    Ich würde sagen, das wir dank unserer Roboter den Mars recht intensiv erforschen. Quasi jeden Tag gibt es neue Bilder von Curiosity und das seit über einem Jahr. Das soll erst mal ein Astronaut nachmachen. Man überlege sich ob das Geld nicht sehr viel sinnvoller in unbemannte Raumfahrt investiert ist, da man für das gleiche Budget gleich mehrere Missionen durchführen kann. Wenn man die Situation nach ihrem wissenschaftlichen Nutzen bewertet, kann es eigentlich nur eine Antwort auf diese Frage geben. Wenn der Stolz nicht wäre… aber der hält nur auf…

  26. @InSekt(en), #6:

    eine tolle Zwischenstation zum aufladen von H2O für weiter entfernte Ziele.

    Europa orbitiert ca. 670.000 km, oder gut 100 Erdradien, um Jupiter, mit 300 Erdmassen ein echtes Schwergewicht.
    Der Gravitationspotentialbrunnen, aus dem das Wasser herausgewuchtet werden müsste, ist ca. 3x tiefer als der der Erdoberfläche… Gut, man könnte eine Elektrokanone verwenden, aber selbst dann gibt es etliche viel bessere Kandidaten als Europa.

  27. Das Problem mit Europa ist doch das es innerhalb von Jupiters Strahlengürtel liegt. Da würde kein Mensch lange überleben.

    Deswegen Kallisto. Nicht weit weg von Europa, nicht weit weg von Ganymed, nicht weit weg von Jupiter. Von dort könnte man richtig geile Forschung betreiben. In Form von Robotersonden die man mit geringer Latenz steuern könnte, und so schnell auf etwaige Überraschungen reagieren.

    @swage:
    Das Roboter auf dem Mars sind ist mir bekannt. In meinem Beitrag gehts aber um eine bemannte Mission.

    @wereatheist:
    Im Fall von Europa 1,5 mal so tief im Gravitationstrichter (Sch*** Wort…), ok. Aber schon einmal 4AE weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Zum Saturn hätte man also schon einmal ca. die Hälfte des Weges gespart, zum Uranus mehr als ein Viertel usw.
    Wobei ja die wirklich interessanten Ziele (zumindest wenns um die Suche von Leben oder Spuren davon geht), alle um Jupiter und Saturn kreisen.
    Und die Bedingungen auf Kallisto wären nicht nur wegen der geringeren Strahlung, sondern auch wegen dem niedrigeren Gravitationspotential aus dem man entkommen muss, besser. Kallisto ist fast drei mal so weit von Jupiter entfernt wie Europa. Und da hats auch genug Eis.

    Mehr dazu:
    https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi.ntrs.nasa.gov/20030063128.pdf

  28. @Frantischek

    Das Problem mit Europa ist doch das es innerhalb von Jupiters Strahlengürtel liegt. Da würde kein Mensch lange überleben.

    Laut Artikel in der Dezember Sky&Telescope bei 100 Rad/s ungefähr 10 Sekunden…

    Der Artikel vermutet übrigens neben Europa, Ganymed, Enceladus und Titan auch Ozeane auf Triton, Pluto und Eris. Auf Ganymed könnten verschiedene Konfigurationen von Eis und Wasser dazwischen ein mehrlagiges Ozean-Sandwich bilden. Insgesamt könnte es im Sonnensystem etwa 20mal mehr flüssiges Wasser geben als auf der Erde alleine.

    Was uns im Sonnensystem an Anblicken erwartet, dazu gibt’s übrigens jetzt einen netten kurzen Film aus zum Teil montierten Originalaufnahmen. Neben dem Film gibt’s in der Gallery Erläuterungen zu den gezeigten Szenen. Nett gemacht:

    https://www.erikwernquist.com/wanderers/film.html

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