Jetzt schreibe ich schon seit zweieinhalb Jahren ein Blog über Astronomie und habe es immer noch nicht geschafft, über das wichtigst Diagramm unserer Wissenschaft zu schreiben. Das muss ich nun endlich mal nachholen. Es geht um das Leben und den Tod der Sterne; um ihre Entwicklung und die verschiedenen Arten von Sternen die es gibt. Es geht um das berühmte Hertzsprung-Russell-Diagramm oder kurz: HRD.


Dieses Diagramm aller Diagramme hat 1913 der amerikanische Astronom Henry Norris Russell entwickelt und dabei die Arbeiten des dänischen Astronomen Ejnar Hertzsprung benutzt. Es ging dabei um die Frage, inwieweit die grundlegenden Eigenschaften von Sternen zusammenhängen. Hier bei uns auf der Erde sehen wir die sterne ja alle nur als mehr oder weniger helle Lichtpunkte. Aber natürlich sind die Sterne nicht gleich. Sie haben unterschiedliche Temperaturen und sie sind unterschiedlich hell. Mit „hell“ ist hier nicht die Helligkeit gemeint, mit der die Sterne uns hier von der Erde aus erscheinen sondern die absolute Helligkeit die nicht von der Entfernung abhängig ist. Den Unterschied haben ich hier genauer erklärt.

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Es gibt große und kleine Sterne: die Sonne und VY Canis Majoris

Gibt es nun also einen Zusammenhang zwischen Temperatur und absoluter Helligkeit? Oder sind diese Eigenschaften irgendwie willkürlich unter den Sternen verteilt. Um das herauszufinden hat Russell ein Diagramm erstellt. Auf der horizontalen Achse hat er die Temperatur der Sterne aufgetragen. Bzw. den Spektraltyp. Bei der Spektralklassifikation werden die Sterne anhand der Zusammensetzung des von ihnen ausgesandten Lichts eingeteilt. Welcher Klasse ein Stern angehört hängt also von seiner chemischen Zusammensetzung ab – aber am allerstärksten von der Temperatur weswegen man im HRD die horizontale Achse sowohl mit der Temperatur als auch mit den Spektralklassen beschriften kann. In jedem Fall findet man links im Diagramm die Sterne mit hohen Temperaturen (die würden den Spektraltypen „O“, „B“ und „A“ entsprechen), in der Mitte die mit den gemäßigten Werten (das sind die Typen „F“ und „G“ und auch unsere Sonne gehört mit ihren etwa 6000 Kelvin Oberflächentemperatur zum Typ G) und ganz rechts findet man die kühlen Stern und braunen Zwerge (Spektraltypen „K“, „M“, „L“ und „T“).

Auf der vertikalen Achse findet man nun die absolute Helligkeit der Sterne, gemessen in „Magnituden“ oder auch oft die Leuchtkraft der Sterne gemessen in Sonnenleuchtkräften. Ganz unten sind die Sterne mit geringer Leuchtkraft und großen Magnituden (Zur Erinnerung: je größer die Magnitude, desto schwächer leuchtet der Stern); in der Mitte findet man die Stern die unserer Sonne ähneln – die hat eine absolute Helligkeit von 4,8 Magnituden und oben in HRD sind die ganz hellen Sterne mit großer Leuchtkraft zu finden.

Und nun muss man nur noch Temperatur und Helligkeit von möglichst vielen Sternen bestimmen und sie in das Diagramm eintragen. Das hat Russell gemacht – und das Ergebnis war überraschend! Die Sterne waren nicht irgendwie im HRD verteilt sondern haben besondere Gruppen und Strukturen gebildet. Aber schauen wir uns das Diagramm am besten zuerst mal an:

Hertzsprung-Russell-Diagramm

Man sieht sofort, dass sich die meisten Sterne in einem schmalen, bandähnlichen Bereich befinden, das sich von links oben nach rechts unten zieht. Das ist die sogenannte Hauptreihe (auf englisch „main sequence“) und auf ihr befinden sich die „normalen“ Sterne. Ein Hauptreihenstern ist ein Stern in der Blüte seines Lebens. Er hat noch genug Brennstoff und der durch die Kernfusion entstehende Strahlungsdruck wirkt der Gravitation, die den Stern in sich zusammenstürzen lassen will, entgegen. Der Stern befindet sich im Gleichgewicht und seine Helligkeit hängt ganz von seiner Masse bzw. Temperatur ab. Je schwerer ein Stern ist, desto heißer wird es auch in seinem Inneren und desto heller wird er auch. Deswegen beginnt die Hauptreihe auch links oben bei den großen und heißen O-Sternen. Je leichter die Sterne werden, desto kühler werden sie und desto schwächer leuchten sie auch: darum setzt sich die Hauptreihe nach rechts unten fort. Aber im HRD gibt es noch viel mehr zu sehen!

Ganz oben im Diagramm ist der Riesenast zu finden. Also Sterne, die enorm hell sind. Bei den Riesen handelt es sich um Sterne, die sich schon im Endstadium ihres Lebens befinden. Oben habe ich vom Kräftegleichgewicht in Hauptreihensternen gesprochen. Irgendwann geht einem Stern aber der Brennstoff aus und er wird kühler. Dadurch sinkt der Strahlungsdruck; die Gravitation gewinnt die Überhand und der Stern kontrahiert. Nun wird es durch die Verdichtung aber wieder heißer und der Stern kann neue Elemente fusionieren (Helium zum Beispiel). Nun steigt der strahlungsdruck wieder; der Stern dehnt sich wieder aus – solange bis wieder der Brennstoff ausgeht und das Spiel von vorne losgeht. Der Stern wird dabei immer größer und größer – er stößt quasi die äußeren Schichten seiner Atmopshäre ab. Je nachdem wie groß der ursprüngliche Stern war, bekommt man nun einen blauen Riesen (sie entstehen aus den großen Sternen) bzw. einen „Überriesen“ (oder gar einen „Hyperriesen“). Solche Sterne sind aber extrem kurzlebig: da sie so heiß brennen, verbrauchen sie ihren Brennstoff sehr schnell, sind schon nach einigen Millionen „leer“ und vergehen dann in einer Supernova.

Etwas langsamer gehts bei den Sternen ab, die man rechts oben bzw. recht in der Mitte findet. Das sind die roten Riesen: groß und hell aber nicht extrem heiß. Auch unsere Sonne wird einmal so enden. Irgendwann hat auch sie ihre letztes Element fusioniert – bei Eisen ist Schluß, denn hier müsste man mehr Energie reinstecken um es zu fusionieren als bei der Fusion freigesetzt wird. Es gibt nichts mehr zu fusionieren; die kühlen, äußeren Hüllen der Sternatmosphäre haben sich verflüchtigt und übrig bleibt der heiße Kern des Sterns; kaum größer als unsere Erde. Diese Objekte sind also heiß – aber klein und damit nicht sehr hell. Sie finden sich daher im linken unteren Bereich des HRD: es sind die weißen Zwerge!

Die Details des HRD könnte man noch seitenlang erörtern – und in weiteren Artikeln werde ich das sicher auch noch tun. Es ist zum Beispiel äußerst interessant zu überlegen, welchen Weg ein Stern im Laufe seines Lebens – beginnend vom sich verdichtenden Protostern in einer Gaswolke bis hin zum weißen Zwerg oder Neutronenstern – durch das HRD nimmt und von welchen Parametern dieser Weg abhängt. Man kann das HRD aber auch benutzen, um das Altern von Sternhaufen zu bestimmen. Aber diese Themen hebe ich mir für spätere Artikel auf!

(Und ganz vielen Dank an @Conz3D der das HRD gebastelt und als public domain freigegeben hat!)


59 Gedanken zu „Vom Leben und Sterben der Sterne: das Hertzsprung-Russell-Diagramm“
  1. Hübscher Artikel, danke!

    Nitpick:

    …aber am allerstärksten von der Temperatur weswegen man im HRD die vertikale Achsen sowohl mit der Temperatur als auch mit den Spektralklassen beschriften kann.

    Statt „vertikalen Achse“ sollte es hier wohl „horizontale Achse“ heissen…

    Es ist zum Beispiel äußerst interessant zu überlegen, welchen Weg ein Stern im Laufe seines Lebens – beginnend vom sich verdichtenden Protostern in einer Gaswolke bis hin zum weißen Zwerg oder Neutronenstern – durch das HRD nimmt und von welchen Parametern dieser Weg abhängt.

    Gute Idee, das interessiert mich auch schon seit langem! (hätte ich mir auch selber raussuchen können, war aber bisher zu faul dazu 😉 ). Negativbeispiel dazu: an einer Schule habe ich mal mitbekommen, wie ein Astronomie-Lehrer den Schülern erzählt hat, im Laufe seines Lebens würde sich ein Stern die Hauptreihe entlang bewegen… und der Lehrer hat dann nachher in einem privaten Gespräch darüber auch noch darauf bestanden, dass das richtig wäre!

  2. Das schmeichelt dem menschlichen Ego, dass die Sonne so schön mittig im Diagramm sitzt!
    (Mag vielleicht damit zu tun haben, dass die Sonne das Leuchtnormal ist, schon klar 😉

  3. @Bjoern: Danke! Habs korrigiert.

    „an einer Schule habe ich mal mitbekommen, wie ein Astronomie-Lehrer den Schülern erzählt hat, im Laufe seines Lebens würde sich ein Stern die Hauptreihe entlang bewegen“

    Autsch… Aber das ist ein häufiger Fehler – aber einer der meistns nur von Laien gemacht wird. Ein Lehrer sollte das besser wissen (und eigentlich sehen, dass eine Bewegung entlang der Hauptreihe nicht wirklich physikalisch ist…)

  4. Eine Frage: Gibt es zu dem Diagramm auch eine entsprechende Mengenverteilung der momentan in unserer Galaxie vorkommenden Sonnen?

    Gruß
    Oli

  5. Lese inzwischen schon eine Weile Ihre Artikel und möchte Ihnen mal ein Lob aussprechen! Die Artikel sind super, lustig und komplizierte Sachen sind einfach erklärt.
    So einfach, dass sogar ich sie verstehe 😉 … Oder zumindest den Eindruck bekomme, dass ich sie verstanden habe =P …
    Weiter so!!!

    Passt vielleicht nur teilweise hier rein, aber das ESO hat einen Stern gefunden, der fast 300 Mal so viel Masse wie unsere Sonne haben soll !?!?:

    https://www.eso.org/public/news/eso1030/

  6. Ich habe heute im Radio irgendwas davon gehört, dass ein neuer Stern entdeckt wurde der größer ist als alle bisher bekannten. Habe nicht wirklich genau hingehört weil Radio leise – ist da was dran? Magst was drüber schreiben?

    mfg

  7. Aber was heißt hier in der Mitte? Da ist gar nichts Mitte! Die Temperaturskala verläuft wohl irgendwie in logarithmischer, aber sicher nicht arithmetischer Reihe. Sonst wäre die Sonne viel weiter rechts. Und in der Mengenverteilung stimmt das auch nicht. Die allermeisten existierenden Sterne sind rote Zwerge, und oberhalb der Sonne wird es immer dünner. Hiernach gehörte die Sonne weiter nach links.

    Die paar O- und B-Sterne sind ein Klacks. Unsere Alltagswahrnehmung vom Sternenhimmel beruht eben auf einem Auswahleffekt: die hellsten Sterne fallen eben am meisten auf.

  8. @ZielWasserVermeider:

    Gibt es zu dem Diagramm auch eine entsprechende Mengenverteilung der momentan in unserer Galaxie vorkommenden Sonnen?

    Das wird in etwa durch die „Initial Mass Function“ beschrieben:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Initial_Mass_Function
    Probleme damit: (1) das gibt nur die Verteilung bei der Entstehung an – weil Sterne unterschiedlicher Masse aber unterschiedlich lang leben, ergibt sich für die existierenden Sterne eine etwas andere Verteilung (müsste ich nachschauen…), und (2) gibt das die Verteilung in Abhängigkeit von der Masse an – das kann man zwar in eine Abhängigkeit von der Spektralklasse / Temperatur umrechnen, ist aber auch nicht einfach…

  9. Netter Artikel, vielen Dank. Eine Frage hätte ich allerdings:

    „Irgendwann hat auch sie ihre letztes Element fusioniert – bei Eisen ist Schluß, denn hier müsste man mehr Energie reinstecken um es zu fusionieren als bei der Fusion freigesetzt wird.“

    Wie entstehen dann Elemente, die schwerer als Eisen sind? Es werden doch alle Elemente in Sonnen erzeugt, oder?

    Vielen Dank.

  10. @ Bjoern
    Danke für den Hinweis..

    Ich spekuliere halt mal gerne und dachte, daß man über den Zusammenhang HR-Diagramm zu Mengenverteilung vielleicht herausbekommen könnte wann möglicherweise eine Verschmelzung mit einer anderen Galaxie stattgefunden haben könnte. Bei so einer Vereinigung bzw. wenn eine große Galaxie eine kleinere vereinnahmt wird ja(?) die Rate der Sternenentstehung ziemlich angeregt(siehe Hubblebilder)…

    Gruß
    Oli

  11. @Jokep

    Soweit ich weiß entstehen die schwereren Elemente durch eine Supernova und werden dann im All verteilt. Ich denke daß in dem Monemt wenn der Stern durch seine Gravitation zusammenbricht, der Druck groß genug ist um einen kurzen Moment auch schwerere Eisen Elemente zu fusionieren.

    Gruß
    Oli

  12. @Friedrich: Wie Klaus Zwingenberger schon sagte: „Mitte“ ist relativ… kommt auf die Skala an. Ansonsten ist es aber auch nicht verwunderlich: wenns zu heiß oder zu kühl ist, gibts kein Leben -also muss die Sonne zwangsläufig irgendwo zwischen den Extremen liegen

    @Jokep: Die schwereren Elemente werden bei Supernova-Explosionen erzeugt. Da gibts dann nochmal extra Energie; dann klappts auch mit der Fusion von Eisen.

    @alle: die Sache mit der neuen Entdeckung muss ich mir erst anschauen.

  13. mal ne dumme Frage, was ist mit den Sternen, die sich nicht auf einer der Reihen befinden? Sind das (viele) Sonderfälle? Ich hätte jetzt so spontan (als Astronomieinteressierter, aber dennoch unwissender ^^) gedacht, dass physikalisch gesehen nur die Sterne auf den Reihen „überlebensfähig“ sind… Wäre dann ja quasi ein „Quantenphänomän“, dass auch andere Zustände „ertunnelt“ werden können… (sorry bin zu müde um das ganze besser zu verfassen 😀

    Und dann das mit der Bewegung der Sonne auf der Hauptreihe.. Wenn die dann kleiner wird und weniger strahlt „wandert“ die doch nach unten rechts. Dann wird sie hesser unddehnt sich aus, also zurück Richtung oben links… Hmm, warum soll dann die zuvor genannte Aussage des Lehrers inkorrekt sein? Kannst du das bitte nochmal für nen noob erklären?

    Dann hätte ich mal noch ne andere (an)Frage, und zwar könntest du mal einen Artikel über das Entstehen von Sternennebeln verfassen, das hat mich schon immer interessiert, aber so richtig versteh ich das nicht. (Also mein Ansatz ist ja kosmischer Staub, der ionisiert wird und dann strahlt… Aber bei den Bildern, der Entfernung und der Tatsache, das ein ausgesendetes Photon nur in eine Richtung geht, ist es doch nahezu unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet in den Winkel abgestrahlt wird, dass es zu uns kommt… Somit müsste das ja eine enorm dichte Staubdecke sein, nicht? aber ich glaub das geht zu sehr Offtopic 😀 )

    Aber wieder mal ein schöner Beitrag von dir! Bin vor kurzem auf deine Beitrag „Lichtgeschwindigkeit und Schokolade“ gestossen, seitdem verschlinge ich alle deine Texte! Echt gut!

    Grüße aus Jena 😉

    Ralf

  14. @ Ralf:

    Wenigstens ein Teil einer Antwort…

    Sterne die keiner der Hauptlinien zugeordnet werden können, sind nicht sehr zahlreich, meistens sind es Sterne, die gerade ein Übergangsstadium durchmachen. Wenn ein roter Riese (oben rechts) sein Hülle abbläst und nur noch einen weißen Zwerg (unten links) übriglässt, schlingert er sehr kurz (nicht mehr als ein paar tausend Jahre) quer durchs Diagramm. Anderes Beispiel: gerade erst entstandene Sterne landen erst mal etwas oberhalb entlang der Hauptreihe und setzen sich dann erst quasi auf ihren vorgesehenen Platz.

    Auf der Hauptreihe selbst gibt es allerdings keinen Entwicklungsweg nach rechts unten zu den roten Zwergen. Rote Zwerge entstehen von vorn herein als solche. Wenn bei einem Hauptreihenstern wie der Sonne der Wasserstoff in der Kernregion zu Helium fusioniert ist, bläht sich der Stern auf, die Oberfläche kühlt ab – und der Stern wird zum roten Riesen – also rechts oben im Diagramm. Entlang der Hauptreihe gibt es eigentlich gar keine nennenswerte Bewegung. Auf der Hauptreihe befinden sich die Sterne, die in ihrem Kern Wasserstoff zu Helium fusionieren. Wenn das erledigt ist, wird die Hauptreihe verlassen. Wie und wohin hängt von der Masse des Sterns ab.

  15. Ich glaube du hast einen kleinen Fehler in deinem Artikel. Du schreibst dass bei unserer Sonne bei Eisen Schluss ist mit der Fusion. Soweit ich weiss braucht es aber weit größere Sterne als unsere Sonne um bis zum Eisen zu kommen. Bei unserer Sonne ist glaube ich schon bei Kohlenstoff Schluss (korrigier mich wenn ich falsch liege).

  16. @Jokep: Eisen ist der Endpunkt der Fusion und der Spaltung, grob gesagt, das stabilste der Elemente. Alle Elemente leichter als Eisen können unter Energiegewinn fusionieren, alle Elemente schwerer als Eisen können unter Energiegewinn gespaltet werden. In der Sonne fängt man mit den leichtesten Elementen, Wasserstoff und Helium an, und prinzipiell kann die Fusion der Elemente eben nur bis zum Eisen gehen. Prinzipiell deswegen, denn wenn Arnd recht hat, brauchts zum Eisen wahrscheinlich auch höheren Druck und Temperatur.
    Die schwereren Elemente werden auch fusioniert (irgendwo müssen die ja herkommen), und zwar durch die Druckwelle, die beim Kollaps eines großen Sterns durch ihn läuft (die Supernova). Da bestehen dann für eine kurze Zeit die Bedingungen für Fusionen mit Energieverlust.

    (Das ist die Erklärung, soweit ich sie noch im Kopf hab. Es kann sein, das in sehr großen Sternen sowieso Bedingungen herrschen, die Fusionen weiter als Eisen erlauben)

  17. @Chr. A. :

    Es kann sein, das in sehr großen Sternen sowieso Bedingungen herrschen, die Fusionen weiter als Eisen erlauben

    Nee, eher nicht. Denn Fusionen jenseits des Eisens verbrauchen Energie. Das würde den Stern quasi „abwürgen“. Ich könnte mir vorstellen, daß in blauen Überriesen tatsächlich hier und da mal ab und zu ein … ähhh … sagen wir, Bleiatom entsteht, aber ich wär mir nicht so sicher, ob das unter den dort herrschenden Bedingungen stabil ist. Bei einer Supernova fliegt ja alles auseinander, und jene schweren erbrüteten Elemente müssen sich nicht noch einige tausend Jahre in der Hölle braten lassen. Aber wenn die Spaltung schwerer Atome Energie freisetzt, dann würde das Prinzip der kleinsten Energie bedeuten, daß die Überlebenswahrscheinlichkeit für schwere Atome im stabilen Kern einer solchen Riesensonne ziemlich klein ist und du nur dann schwere Elemente er- und behältst, wenn du sie schnell genug „rausziehst“. Und das geht mit Supernova wohl recht schnell und gut. 🙂

  18. Ich hab einen Kommentar von dir gelöscht; der eine Antwort auf den gesperrten Verschwörer war und nicht mehr verständlich, nachdem der Ursprungskommentar weg war. Und ich hab die diversen Verschwörer-Kommentare gelöscht. Sonst aber nix. Ich will nicht ausschließen, dass ich mich mal irgendwo verklickt habe (das Blogsystem ist da manchmal seltsam) – das kommt ab und zu tatsächlich vor. Aber wissentlich hab ich jedenfalls die Kommentare nicht gelöscht. Vermisst denn noch jemand irgendwo Kommentare?

  19. @ florian
    ich hab hier wenn ich mich recht entsinne einen kommentar zum protonen/neutronen-einfang geschrieben, der für die nukleosynthese in supernovae verantwortlich ist, auf den du auch reagiert hattest und nun fehlt sogar deine reaktion 😉 ich glaub kaum dass du dich selbst löschst

  20. Eine ähnlich Frage wie Ralf hätte ich zum Diagramm (das nebenbei recht ansehnlich ist!):
    Sind die vielen „Punkte“, die über den gesamten Diagrammbereich recht homogen verteilt sind, tatsächlich Sterne oder aus optischen Gründen hinzugefügt? Falls die erste Annahme zutrifft, was für ein Objekt hat eine Oberflächentemp. von 40k° K und eine Leuchtkraft von weit unter 10^-5 der Sonnenleuchtkraft? Ein „frischer“ Neutronenstern?

    @Bjoern:

    Es ist zum Beispiel äußerst interessant zu überlegen, welchen Weg ein Stern im Laufe seines Lebens – beginnend vom sich verdichtenden Protostern in einer Gaswolke bis hin zum weißen Zwerg oder Neutronenstern – durch das HRD nimmt und von welchen Parametern dieser Weg abhängt.

    da gibt es auf der Seite der Uni Bonn ein Java applet das ein Sternenleben quasi simuliert.

  21. Scienceblogs.de hat heute nachmittag schon ganz gut Zicken gemacht, wollte nicht laden, etc. Das dürfte wohl mit den verschwundenen Kommentaren zusammenhängen. An perks Kommentar kann ich mich auch erinnern 😉

  22. Von mir fehlt auch was – irgendwer hatte geschrieben, dass sich die Sterne im Laufe ihres Lebens über das HRD bewegen und z.B. rechts oben als roter Riese anfangen und unten links als weißer Zwerg enden. Ich hatte dann den Wunsch geäussert, dass doch bitte jemand, der sich damit auskennt, ein erweitertes HRD produziert, indem diese oder die wenigstens die häufigsten „Migrationen“ eingezeichnet sind. Vielen Dank schon im Voraus, falls das möglich ist.

    VG

  23. Ich hatte u.a. auf die Frage von hiergiltdiestfu (Was für’n Name aber auch!) eine Antwort gepostet. Unter anderem diesen Link: https://www.leifiphysik.de/web_ph12/umwelt_technik/12sternentw/hrd.htm
    Da gibt es Animationen über die Entwicklungswege von Sternen unterschiedlicher Ausgangsmasse. Eine Anmerkung dazu noch: wenn alle Animationen unten rechts starten, ist das natürlich irreführend. Sterne fangen nicht als rote Zwerge an. Die tatsächlichen Entwicklungswege beginnen an der Stelle, wo der Stern seinen Platz auf der Hauptreihe gefunden hat.

  24. Danke, @eD, für das Java-Applet!
    Eine sehr eindrückliche Beschreibung der Sternenlebensläufe…
    So unsere Sonne, bei der sich 11 Milliarden Jahre lang fast nichts ändert, dann zum Ende hin aber vieles „fast gleichzeitig“ passiert (und die sich NICHT durch die Hauptreihe bewegt…). Und dann der 120M-Stern, dessen Oberflächentemperatur bis auf 180.000 K ansteigt, bevor er zum schwarzen Loch kollabiert.
    Toll, habe ich so noch nicht vor Augen geführt bekommen!

  25. @perk:
    Das Bildchen auf dem Skyserver war von mir für „hiergiltdiestfu“. Aber da mein Kommentar auch verschwunden ist kann das schonmal vorkommen.

  26. @eD: Danke für den Hinweis auf das Applet. Allerdings wird da anscheinend nur die Entwicklung ab der Hauptreihe gezeigt – und die kenne ich schon. Was mir fehlt, ist die Darstellung der Entwicklung zur Hauptreihe hin (von der kontrahierenden Gaswolke, die noch kaum strahlt, bis zum „fertigen“ Stern).

  27. @ eD: Von mir kommt das HRD. Die Punkteverteilung sind leider keine echten Messwerte, solche hatte ich nicht gefunden. Die Sternenverteilung hat eine gewisse „künstlerische Freiheit“. Bei der Verteilung konnte ich mich nur grob an anderen Diagrammen orientieren. Soll ich die dünn verteilten Sterne im Hintergrund ganz entfernen?

  28. Hallo und danke für die Aufklärung Conz!
    Nee Quatsch, wegen mir brauchst das nicht „korrigieren“ 🙂
    Ich war nur am überlegen mir Dein Diagramm als kleines Poster für den Hobbyraum machen zu lassen (dieses Diagramm hat mir aus optischen/ästhetischen Gründen bislang am ehesten zugesagt) und deswegen wollte ich einfach „bescheid wissen“ da mir (als interessierter Leihe) die Verteilung der Ausreißer doch etwas spanisch vorkam. Aus künstlerischer Sicht stört es absolut nicht, im Gegenteil, das macht das Diagramm „lebendiger“.
    Merci nochmal!

  29. Cool, das dürfte dem Ausdruck von ca. 60 x 60 cm entgegenkommen 🙂
    Änderungen sind nicht nötig (mir fällt auch nicht wiklich was auf was geändert werden sollte) und das Fachpublikum ist auch kritikfrei, also bin ich glücklich damit!
    Merci encore

  30. Danke an alle für die Rekonstruktion der Antworten auf meine Migrationsfrage! 🙂

    Und Danke für die Reflektion meines Nicks 😉

  31. nunja kommt drauf an was man als lebenszeit des sterns sieht.. vom start als gelber zwerg bis zum weißen zwerg macht er ne gewaltige midlifecrisis durch 😉

  32. Das waren noch Zeiten im Astrounterricht. Wie war noch gleich der Merksatz für die Spektralklassen?

    Opa bumst anal für Geld kleine Mädchen 😀

    Halbwüchsigenhumor eben 😀

  33. hi! ich bin oberstufenschüler in bayern und muss/darf/soll eine 15seitige seminararbeit zu dem HRD schreiben. ich habe eigentlich damit kein problem, im internet findet man viele hilfreiche seiten bzw. artikel (wie diesen hier, danke), doch ich muss auch 2 bücher als quelle angeben. kannst du mir gute und verständliche lektüre empfehlen?? wäre echt super =)

    ach ja nochwas: darf ich das hrd kopieren und in meiner seminararbeit verwenden? natürlich mit quellenangabe

    und eine frage habe ich noch zum HRD: wie kann man am besten erklären, dass nur Sterne eingezeichnet?? dass planeten selbst nich leuchten ist mir klar, aber reicht das als erklärung??

    vielen dank schon mal im voraus

  34. Hi schüler,

    bei dem Diagramm ist zu beachten, was ich in einem älteren Kommentar schon geschriben habe:
    „Die Punkteverteilung sind leider keine echten Messwerte, solche hatte ich nicht gefunden. Die Sternenverteilung hat eine gewisse „künstlerische Freiheit“. Bei der Verteilung konnte ich mich nur grob an anderen Diagrammen orientieren.“

    Die Grafik habe ich als Public Domain frei gegeben, damit darf gemacht werden was immer Du willst. Brauchst eigentlich nicht mal meinen Namen nennen.

    Es geht hier nur um die Stadien der Sterne. Planeten haben in diesem Diagramm nichts zu suchen. Die Planeten würde man ja auch von hier (noch) nicht direkt messen können und das Diagramm macht für Planeten keinen Sinn. Nur die Sterne durchlaufen ja in ihrer „Lebensphase“ verschiedene Zustände, die in dem Diagramm enthalten sind. Ein Planet ändert sich ja nach seiner Entstehung nicht mehr groß.

  35. @schüler: „doch ich muss auch 2 bücher als quelle angeben. kannst du mir gute und verständliche lektüre empfehlen??“„darf ich das hrd kopieren und in meiner seminararbeit verwenden?“

    Ja

    “ wie kann man am besten erklären, dass nur Sterne eingezeichnet?? dass planeten selbst nich leuchten ist mir klar, aber reicht das als erklärung??“

    Es spricht prinzipiell nichts dagegen, wenn man in einem Diagramm die Helligkeit und Temperatur von Planeten einträgt. Aber es bringt nichts, wenn man Planeten mit Sternen vergleichen will. Das ist wie mit den Äpfeln und den Birnen…

  36. @ Conz
    @ Florian Freistetter

    danke für eure schnellen Antworten!
    ich werde das HRD von Conz wohl nicht verwenden (wegen der Punkte im Hintergrund, aber trotzdem danke für die Bereitstellung).
    und nochmals danke für den hilfreichen artikel

  37. Wer mehr Details über Abläufe hören will, dem sei das Hörbuch von Harald Lesch und Jörn Müller wärmstens empfohlen: Sterne: wie das Licht in die Welt kam, bzw als ebook: Weißt du, wie viel Sterne stehen? (identischer Inhalt, trotz unterschiedlicher Titel).

    Gruß,
    Athanasios

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