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Das der Saturn Ringe hat, dürfte allgemein bekannt sein. Er hat allerdings nicht nur die Ringe, die man auf den üblichen Fotos sieht – in den letzten Jahren wurden mit Raumsonden und Weltraumteleskopen weitere Ringe entdeckt.

Darunter war zum Beispiel der enorme E-Ring, der aus Eis- und Staubteilchen besteht, die aus den Eisvulkanen des Saturnmondes Enceladus stammen.

Dieser Ring war bisher der größte uns bekannte. Jetzt hat das Weltraumteleskop Spitzer allerdings einen noch viel größeren Ring entdeckt!

Eigentlich hat das Spitzer-Weltraumteleskop seine Arbeit schon getan. 6 Jahre lang hat es tolle Aufnahmen gemacht – und dann war das Kühlmittel alle. Spitzer funktioniert aber immer noch und macht nun mit anderer Zielsetzung weiter.

Aber auch wenn Spitzer nicht mehr so stark gekühlt werden kann, macht es immer noch beeindruckende Entdeckungen.

Gestern wurde dieses Bild veröffentlicht:

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Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Virginia

Gut, auf den ersten Blick schaut das nicht sonderlich beeindruckend aus. Vor allem, wenn man nicht weiß, was Spitzer da eigentlich gerade beobachtet hat. Die Aufnahme oben zeigt die Umgebung des Saturn; fotografiert im infraroten Teil des Spektrums. Was man sieht, ist im Prinzip Staub, gemischt mit kleinen Eisteilchen.

Auf diesem Bild, sieht man das ganze im Kontext:

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Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Virginia

Spitzer hat einen neuen Ring um Saturn entdeckt!

Bisher blieb er uns verborgen, weil er eigentlich nicht sehr dicht ist. Wäre man mittendrin, würde man es kaum merken. Aber seine Ausdehnung ist trotzdem gewaltig!

Die innere Grenze des Rings liegt etwa 6 Millionen Kilometer von Saturn entfernt, die äußere 12 Millionen Kilometer – der Ring ist also 6 Millionen Kilometer breit!

Und er ist – im Gegensatz zu den flacheren inneren Ringen – sehr dick: man könnte den Saturn zwanzigmal übereinander in den Ring stapeln! Und wollte man den Ring komplett ausfüllen, bräuchte man dafür eine Milliarde Erdkugeln…

Aber wo kommt der Ring her? Die Staub- und Eisteilchen kommen ja nicht aus dem Nichts – irgendwo muss es eine passende Quelle geben?

Diese Quelle ist wahrscheinlich Phoebe, einer der äußersten Monde des Saturns. Er befindet sich mitten im neu entdeckten Ring. Wenn nun kleinere Meteoriten mit Phoebe zusammenstoßen, entsteht Staub. Phoebe sollte also eine Staubspur erzeugen und die wollte man mit Spitzer entdecken. Das man dabei gleich so einen gewaltigen Ring findet, hätte sich kaum jemand gedacht…

Phoebe hat auch eine sehr interessante Bahn. Sie liegt nicht, so wie die Bahnen der übrigen Ringe und der meisten anderen Monde, in der Äquatorebene des Saturn, sondern ist geneigt. Und das sehr stark – fast um 180 Grad! Das bedeutet aber auch, dass Phoebe sich auf einer retrograden Bahn befindet – also den Saturn in die andere Richtung umläuft als die übrigen Monde.

Auch die Teilchen des neu entdeckten Ringes bewegen sich so gegen die „Einbahn“ (und sind gegenüber der Äquatorebene geneigt).

Diese Eigenschaft könnte gleich noch ein weiteres Rätsel des Saturnsystems erklären: die seltsame Oberfläche des Iapetus. Dieser Saturnmond – und der nächste Nachbar von Phoebe – sieht seltsam aus:

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Das große schwarze Gebiet („Cassini Regio“) stellte bis jetzt ein Rätsel dar; man hatte keine wirkliche Ahnung, warum der eine Teil des Mondes schwarz, der andere weiß war.

Der neue Ring könnte eine Erklärung liefern: Iapetus bewegt sich ja in die entgegengesetze Richtung als die Staubteilchen des neuen Rings. Er ist außerdem noch nahe genug an dessen innerer Grenze, um einige der Teilchen abzubekommen. Und diesen dunklen Staub bekommt der Mond dann frontal ab und wird „schmutzig“.

Eine faszinierende Sache! Selbst nach so vielen Jahren der Erforschung ist Saturn immer noch spannend und überraschend!

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16 Gedanken zu „Ein riesiger Ring um den Saturn“
  1. Also ich finde das sehr faszinierend.

    Könnte dann auch um alle anderen Planeten die Monde haben, einen solchen Ring entstanden sein?

    In diesem Sinne….

  2. Wenn Phoebe durch Meteoriteneinschläge so viel Staub produziert, könnte man ja fast von Erosion sprechen. Kann es sein, dass Phoebe auf diese Art völlig zermalen wird oder gibt es dafür nicht genügend Asteroiden? Andererseits könnte ja Phoebe einen Teil des Staubs wieder einfangen. Fragen über Fragen, so spannend ist Wissenschaft!

  3. @adenosine: Hmm – Masse… Da muss ich im Moment passen; keine Ahnung. Wenn ich was finde, sag ich Bescheid.

    @Stefan: Gute Frage: Ich würde mal spontan sagen, dass wenn Phoebe komplett aufgerieben wird, dann würde das sehr sehr lange dauern.

  4. MT hat die den Ring schon lange „vorausgesagt“, schreibt er „hinterher.“

    UNFASSBAR.

    „…wenn der Merkurknoten im Steinbock steht …“ – steht der Hirnknoten im Klo.

  5. @Friedel: Ja, das hab ich auch gelesen. Er ja auch die tolle „Theorie“ aufgestellt, dass es solche unsichtbaren Ringe noch viel größer gibt und die verbinden dann quasi alle Planeten miteinandern – und er hat gleich mal dazu behauptet, dass diese Theorie auch dem Stand der Wissenschaft entspricht. Ich hab ihn dann darauf hingewiesen, dass das Unsinn ist (Ringe können nicht beliebig groß werden) und das er sich mal zum Thema „Hill-Sphären“ (die erklären, warum das so ist) informieren soll – woraufhin er die Hill-Sphären wieder (absichtlich?) falsch verstanden uns als Bestätigung seiner Theorie angesehen hat. Da ist echt Hopfen und Malz verloren – Name auf Verlangen entfernt steckt so sehr in seiner eigenen Welt fest; da hat die Realität keine Chance mehr, zu ihm durchzudringen. Und zu so einem Menschen kommen Leute, die Probleme haben… eigentlich tragisch…

  6. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass viele von denen VORHER keine echten Probleme hatten…..

    Hierzu mein Lieblingsspruch: „Manche sind so dumm, dass sie beim Wettbewerb „Dümmster Mensch der Welt“ nur Zweiter werden würden, da sie zu dumm sind um Erster zu werden…“

    Wie Du schon richtig sagst… eigentlich tragisch…ich halte ihn ja auch nicht für dumm nur für „realophobisch“.

  7. A propos Dummheit:
    Gerade mal 20 Jahre ist es her, da geisterte die Behauptung durch die Szene, die Saturnringe seien Kathodenstrahlen. Da sich in der Fachpresse niemand fand, der so etwas im redaktionellen Teil abdrucken wollte, schaltete der Erfinder dieses Blödsinns ganzseitige Anzeigen. So kam „Sterne und Weltraum“ für eine Weile zu einer Humor-Seite.

  8. Ich meine mich erinnern zu können, dass vor ein paar Jahren auch einmal Ringe um Uranus und Neptun? postuliert oder gezeigt wurden. Hat da jemand eine nähere Info? Wenn ja, dann wäre das ja vielleicht noch etwas für Spitzer…

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