Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen könnt findet ihr hier.
sb-wettbewerb

Das sagt die Autorin des Artikels, Beobachterin über sich:
Ich habe Restaurationsökologie studiert, weil mich Pflanzen und Boden faszinieren. Ich blogge, weil ich noch mehr lernen möchte. Der Blog ist für mich ein Lerntagebuch und soll anderen helfen sich ebenfalls Fähigkeiten zur Naturbeobachtung anzueignen.

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Du kummst hier net rein! – Vögel und ihre Reviere

Bekanntlich besetzen Tiere, wie zum Beispiel Vögel, Reviere um… ja was eigentlich? Party zu machen?
Reviere sind Bereiche, die von Vögeln gegen ihre Artgenossen und andere Arten verteidigt werden. Sie dienen der Verteidigung von Nahrung und Weibchen. Aber es steckt noch mehr dahinter. Vogelreviere werden nämlich nicht nur jedes Jahr neu besetzt, sondern ändern sich auch während des Jahres.

Mal groß, mal klein

Dieser Größenwechsel hat damit zu tun, dass die Anzahl der Vögel von Jahr zu Jahr, aber auch unter dem Jahr schwankt. Außerdem gibt es zum Sommer hin mehr Insekten. Das heißt mehr Vögel finden ausreichend Futter auf einer kleineren Fläche.
Die meisten Vögel brüten außerdem mehrmals pro Jahr. Die sogenannten Zweit- und Drittbruten haben meistens jedoch weniger Eier und somit wird weniger Futter benötigt, was dazu führt, dass die verteidigten Bereiche kleiner werden.
Oft ist die Reviergröße aber auch zufällig bedingt.

No borders! No Nation!

Reviere sind also nicht wie Nationen, mit fixen Grenzen, sondern eher flexible Bereiche wie auf einer Picknickwiese. Wenn wenig Leute da sind, liegt mensch weit auseinander. Legt sich eine zu nahe hin, wird sie komisch angeschaut. Wenn es enger wird verringert sich aber der Abstand.
Es gibt auch nicht „DAS“ Revier. Viele Vögel nutzen verschiedene Bereiche für bestimmte Zwecke und mensch spricht von Paarbildungsrevier, Brutrevier oder Nestrevier.

Reviere feststellen

Um die Anzahl verschiedener Reviere festzustellen kannst du durch den Wald gehen und notieren, wie oft du einen bestimmten Vogel singen hörst oder siehst. Meist werden die Reviere von Männchen durch Gesang verteidigt, es gibt aber auch Arten, bei denen die Weibchen ebenfalls Territorien verteidigen.

Kleine Notizen beim Spazieren erleichtern die Alltagsforschung.
Kleine Notizen beim Spazieren erleichtern die Alltagsforschung.

Wichtig: Jedes Individuum nur einmal notieren. Kommt der Gesang von der selben Stelle wie noch vor zwei Minuten ist es vermutlich derselbe Vogel.
Hier zahlt es sich aus mit aufgenommenen Gesängen zu üben. Manche Vögel sind nämlich so schwer zu sehen, dass es leichter ist, sie über den Gesang zu zählen.
Ein Beispiel bitte!
Als ich letztens eine Runde im Türkenschanzpark gedreht habe, habe ich im ganzen Park eine einzige Mönchsgrasmücke gehört. Das heißt noch nicht, dass der Vogel hier brütet, aber es heißt so viel wie „Hier esse und liebe ich, verpiss dich du anderer Vogel!“

Eine Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla). Fotografiert von Tony Smith
Eine Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) (Bild: Tony Smith, CC-BY-SA 2.0)

Wie du siehst sind Vogelbeobachtungen relativ leicht zu machen. Zettel und Stift, Augen und Ohren, mehr brauchst du nicht.

Viel oder wenig?

Hochgerechnet auf die Fläche des Parks wären das weniger als ein Mönchsgrasmücken – Brutpaar pro Hektar. Um zu beantworten was das bedeutet ist Fachliteratur gefragt. Genauer genommen ein Wälzer, für den ich beinahe einen Gabelstapler brauche: „Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas“.

Die Bibel
Die Bibel

Geiles Buch. Es liefert die Entscheidende Information:
„[…] in Optimalhabitaten in Europa bis ca. 400 BP [Brutpaare]/km², in ´Normallandschaft´aber oft nur 3-7 BP/km²“
Ok, der Türkenschanzpark ist also dünn besiedelt. Anscheinend handelt es sich um eine ‚Normallandschaft‘. Vielleicht hat es den anderen aber auch zu viel geregnet oder die sogenannte Lebensraumausstattung (sozusagen die Möblierung) ist schlecht.

Verstehen was du siehst

Beobachtungen von Vogelbeständen sind schwer zu deuten und erfordern Hintergrundwissen. Ein kalter Winter im Überwinterungsgebiet und die Zaunkönige kratzen ab. Sitzt du bei deiner Beobachtung aber nicht zufällig im Überwinterungsgebiet bekommst du davon erst was mit, wenn es im Frühjahr kaum Zaunkönige gibt.
Vielleicht gibt es auch eine Katze in der Nähe. Da kann die Lebensraumausstattung noch so gut sein, es wird nur wenige Zaunkönige geben. Liegt es jetzt also an einem kalten Winter, an einer Katze oder tatsächlich an der Lebensraumausstattung?
Hier stellt sich auch die Frage wie sehr eine Vogelart tatsächlich an die, in der Literatur beschriebene, Lebensraumausstattung gebunden ist. Die kleinen Pieper sind nämlich oft überraschend flexibel. Wenn du also eine Art an einem unerwartetem Ort findest ist das ganz normal.
Wenn du Schlüsse über die Lebensraumausstattung aus deinen Beobachtungen ziehen willst ist es wichtig langfristige Beobachtungen, mit Wetterdaten und anderen internationalen Beobachtungen zu kombinieren. So kannst du ausschließen, dass deine Interpretation durch zum Beispiel kalte Winter verfälscht werden.

Wie beobachtest du die Vögel in deiner Umgebung und was sind deine Tricks dabei? Schick mir ein Kommentar!

Quellen:

Bauer H.-G.; Bezzel, E.; Fiedler, W. (2012): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas; AULA-Verlag Wiebelsheim

Glück, E.; Götz, K. (1985): Abhängigkeit der Reviergröße beim Buchfinken (Fringilla coelebs L.) von der Habitatstruktur; Ornithologische Gesellschaft Baden-Würtemberg.

Rutschke, E. (1986): Zur Dynamik und Funktion von Vogelrevieren. In Naturhistorisches Museum Wien.

Schuster, A. (2006): Bestandesgrößen und Revierdichten der Brutvögel des Auwalds und des Röhrichts in der Reichersberger Au (Inn, Oberösterreich). In Vogelkundliche Nachrichten Oberösterreich, Naturschutz aktuell.

40 Gedanken zu „Du kummst hier net rein! – Vögel und ihre Reviere“
  1. “Hier esse und liebe ich, verpiss dich du anderer Vogel!”

    Made my Day!

    Gefällt mir gut. Stelle überrascht im Zuge des Wettbewerbs fest, dass ich Vögel interessant finde. (war mir bisher nicht klar). Hört sich aber auch sehr aufwendig an. Erst mal die ganzen Gesänge zu lernen und zu erkennen. Hört sich ein weiblicher Vogel anders an als ein männlicher der selben Art? Sind dafür die zwei Spalten auf dem Zettel?

    Danke für den kurzweiligen und witzig geschriebenen Artikel. Etwas kurz – hätte gerne noch mehr gelesen.

    Habe ich das jetzt überlesen – wo finde ich deinen Blog?

  2. Was mich positiv überrascht: Welch breites Spektrum an Themengebieten in den bisherigen Wettbewerbstexten sichtbar ist. Das lässt ja für die noch folgenden Artikel hoffen.

  3. Vielleicht sollte ich bei meinen Spaziergängen zum Bus und mit dem Hund doch mal die Ohrstöpsel mit den Podcasts aus den Ohren nehmen und Vogelgesänge lernen (KETZER!)

    Wir haben im Ort neue Straßenlaternen mit LEDs bekommen (die Gemeinde hat nichts von Lichtverschmutzung gehört). In dem Zuge habe ich abends immer einen Vogel im Dunkeln laut singen gehört und hab gedacht: Der denkt wegen der neuen Lampe jetzt, dass Tag ist. Armes Ding.

    Bis meine Schwiegermutter mir erzählte, dass es angeblich in der Straße eine Nachtigall gäbe. Sie war sehr sauer, dass ich sie gehört und ihr nicht Bescheid gegeben habe.

    Gibt es eine Quelle, wo man z. B. die Vogelstimmen in Norddeutschland übersichtlich mal anhören kann?

    Wie schafft es eigentlich ein kleiner Zaunkönig, sooo laut zu schreien?

    Hmmm. Vögel sind wirklich irgendwie interessant.

    Danke für den Artikel.

  4. Sehr interessant und kurzweilig geschrieben.
    Ich finde Vogelgesänge sehr spannend. Was braucht man für eine Ausrüstung um Voglegesänge aufnehmen zu können? Bzw. kann ich das irgendwo lernen, welcher Vogel wie singt.
    Ich lebe auch in Wien und gehe und laufe gerne entlang des Marchfeldkanals und auch dort gibt es sehr eigene Vogellaute. Kreischend, sägend, schreiend…
    Der Türkenschanzpark ist der Park meiner Kindheit. Stichwort großes Feuerwehrauto, gibt es aber schon lange nicht mehr am großen Spielplatz.

  5. klar, verständlich und für dummys – mich zB 🙂 naja – oder eher für kinder geschrieben. ich mag den text, allerdings in einem scienceblog hätte man aus „du“ doch „man“ machen können, was sogleich seriöser gewirkt hätte.
    „No borders! No Nation!“ – me like. „Geiles Buch.“ me notlike, etwas zu anbiedernd/ flapsig.
    Etwas kurz und es gibt (d)einen blog?

  6. Schöner Artikel. Könnte, wie immer, gern etwas länger sein.

    Gibt es eigentlich auch Revierkämpfe? Also was passiert, wenn ein Eindringling nicht weichen will?

    Ich bestimme die Vögel hier (ländliches Holstein) mit dem Kosmos-Führer „Welcher Vogel ist das?“. Mit den Gesängen habe ich mich noch nicht beschäftigt, stelle es mir auch schwierig vor, das mit Tonaufnahmen lernen zu wollen. Ich glaube, da wäre es am besten, mal mit einem Fachmenschen umherzuziehen.

  7. Danke für die Inspiration am Morgen!
    (Auf die Idee, meine/unsere Beobachtungen mal schriftlich festzuhalten bin ich noch gar nicht gekommen. Dabei beobachte ich jeden Tag auf meinen Wegen die gefiederten Nachbarn in unseren Straßen.
    Erfreuen wir uns regelmäßig am Tanz der Amseln in den Vorgärten und warten jetzt gerade gespannt, wann die ersten Zugvögel wieder auf dem Weg in ihr Winterquartier die warme Luft über unserer Stadt nutzen)

  8. @Dampier: Anekdoten aus meiner Spatzenwelt dazu: Ich habe schon recht heftige Luftkämpfe zwischen Raben und Mäusebussard beobachten dürfen, die sahen nicht zimperlich aus. Ich fand es um Welten spannender als einen Actionfilm.
    Vögel hassen.
    Auch habe ich mal zwei Rabenvögel auf dem Boden kämpfen sehen. Dabei hackte die Obere so heftig und so gezielt auf verletzliche Teile, daß ich instintiv schreiend auf Sie zugelaufen bin, damit es aufhört. Das sah nicht mehr nach einfachem Kampf sondern nach einer Sache auf Leben uns Tod aus.

  9. ca. 25m von meinem Fenster befinden sich 2 große Bäume auf denen sich von Zeit zu Zeit einige Halsbandsittiche niederlassen. Was die hiesige alteingesessene Bande von Saatkrähen als Störung empfindet. Was ich zur akkustichen Beobachtung der Vögel dann empfehlen kann sind gute Ohrstöpsel 😉

  10. Ich bevorzuge die freundliche Du-Anrede und finde den Artikel sehr angenehm zu lesen. Um den Text als seriös einzuschätzen, brauche ich keine sprachliche Steifheit. Danke für den schönen Einblick in die Vogelbeobachtung! :o)

  11. @tomtoo:
    „Halsbandsittiche“? Wo lebst Du? Sicher nicht in Europa.

    PS: Respekt! Deine Rechtschreibung hat sich rapide verbessert. In kurzer Zeit. Anfangs waren Deine Postings teilweise unlesbar. Hast Du ein neues „Hilfsmittel“ oder macht es einfach die „Übung'“?
    Egal wie, ich finde das gut.

  12. @ Yeti: Jein. Wie Florian über mir schon die in Heidelberg heimisch gewordenen verlinkte.
    In Köln gibt es auch welche. Auch entflohene Exemplare, die sich hier seit Jahren ausbreiten.

  13. ..aber das kann doch ein Yeti gar nicht wissen – der kommt kaum von seinem Berg runter.

    Köln .. entflohene Exemplare

    Mich würde ziemlich die (sicherlich nicht ermittelbare) Anzahl der Flüchtlinge bzw Ausgesetzten interessieren, ihr Anteil an der aktuellen Population dürfte imho verschwindend gering sein, Emmygunde.
    Selbst fast 50km grob rheinabwärts auf dem Dorf sind sie mittlerweile (von hier aus? auf jeden Fall um Jahre später) angekommen, meine Eltern ‚erfreuen‘ sich einer Kolonie auf zwei Bäumen direkt vor dem Haus. Wenn die Sittiche sich einig sind ein hübscher Anblick, müssen sie etwas ausdiskutieren eine kakophone, alles übertönende Lärmwelle.

  14. @Yeti
    Vielen Dank fürs Lob.Ich denke es sind die guten Vorsätze.Aber richtig gut wird es halt nicht.
    Ich lebe in Mannheim , aber nahe am Wald. Die Halsbandsittiche sind hier mittlerweile fast Täglich zu sehen.

  15. @emmygunde
    Ich beobachte die Krähen sehr gerne gerade bzgl. Raubvögel. Die Krähen sind nämlich clever. Da steigt immer nur eine oder 2 auf um den Raubvogel zu vertreiben, hatt aber flugtechnisch keine Change. Macht aber nix sobald sie ermüdet steigt die nächste auf, bis der Raubvogel genervt abzieht. Sozusagen erfolgreiche Gruppenarbeit.

  16. Vielen Dank für den schönen Artikel.

    Wir haben einen recht großen und naturnahen Garten mit vielen verschiedenen Bäumen und Sträuchern, und genießen die Vielfalt an Vögeln (42 Arten, ich habs gezählt), die uns übers Jahr besuchen.
    Teils als Dauergäste (Mittelspecht, Grünspecht, Kernbeißer, diverse andere Finken, verschiedene Meisenarten), manche bloß im Sommer (zB. Zilpzalp, Star), manche zur Fütterungszeit im Herbst und Winter (Eichelhäher, Gimpel), andere nur als Durchzügler (Schwanzmeise, Kiebitz oder Bergfink).
    Das ist tatsächlich so eine Art „tierischer Kalender“.

    Der Sperber findet sich bei der Vielfalt natürlich auch ein (sowie das eine oder andere Opfer).

    Am Küchenfenster stehen Fernglas und Bestimmungsbuch (auch wenn wir das längst nicht mehr benötigen).
    Das Buch meine ich, den Feldstecher brauchen wir schon.

  17. Sehr schöner Artikel.
    Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass der Grund ist, dass sehr viele Vögel früh und Abends „singen“, dass sie ebenfalls eine art „Reviermarkierung“ betreiben, ist da was dran?

  18. Kennt einer der Androidnutzer schon die Ornithopedia-App? Die ist für lau und bietet mehr oder weniger alle europäischen Vögel in Wort, Bild und Ton.
    Meine Vogelstimmenkurse damals an der Uni waren weniger lehrreich. Es brüllten gefühlte 100 Vögel gleichzeitg und der Prof sagte: Das müsst ihr rausfiltern.
    Und den fahrradfahrenden Studenten riet er zu Vogelstimmenkassetten oder CDs (ist schon etwas her) beim Autofahren

  19. @ Rolak: Ein Stammbaum der mittlerweile hier heimischen Sittiche wäre wirklich spannend.
    Und, vielleicht sind die ja so reisefreudig, dass die mal zum Artikel- Berg fliegen, wer weiß…

    @ tomtoo: Haben wir auch. Ich finde Elstern irgendwie interessanter, vielleicht liegt’s auch einfach an der Optik. In unserer Straße die Elstern und Raben kennen uns schon genau und lassen uns mittlerweile dicht heran, zur Freude des Kindes.
    @ J.W. toller Tipp, danke!

  20. @Emmygunde Spatz
    Das faszinierende an den Rabenvögeln ist ihre beinahe unheimlich erscheinende Intelligenz: Sie vergnügen sich wie Kleinkinder im Schnee. Sie entwickeln ohne große Anstrengung Werkzeuge, um ihre Ziele zu erreichen. Sie bestehen den Spiegeltest. Sie können Ampeln deuten.

  21. @RPGNo1: Habe ich heute noch am Bahnhof beobachtet. Menschenbeobachtende Raben.
    Auch die Zusammenarbeit finde ich super. Und die Lautvielfalt. (wir wohnen in Rabenvögel-reicher Gegend.)

  22. @tomtoo
    Danke für den Link. Ich habe wieder was gelernt. Eine Rabenkrähe, die Meeresfrüchte liebt (Muscheln, Krebse), sie besser öffnen kann als unserereins und die Beute auch noch an der Flucht hindert, um sie frisch verzehren zu können. Der Vogel wird mir immer sympathischer. 🙂

  23. Raben rocken.

    Eins habe ich von den Ornithologen gelernt: es heißt nicht Raub- sondern Greifvogel! Die tägliche Ernährung mit Raub gleichzusetzen ist einfach nicht fair. Bei „Raubtier/Raubkatze“ etc. steht eine Neudefinition noch aus – aber für den Vogel gibt es eine! Bitte zu beachten.

    @Emmygunde,
    hier beobachte ich wenig Revierkämpfe, vielleicht ist hier noch genug Platz … oder ich erkenne sie nicht. Alarmrufe gibt’s öfter mal wegen der Katzen. Neulich kam ich des Weges und hörte/sah eine Drossel in einem Busch laute Alarmrufe ausstoßen. Wenige Meter weiter saß ein Greifvogel (Rohrweihe wahrscheinlich) auf einem unserer Gartentische, der hatte die Drossel wohl gerade ins Visier genommen. Leider hab ich den Greif verscheucht, bevor ich reagieren konnte. Hätte ich eingegriffen, wenn er sich die Drossel geholt hätte? Ich glaube nicht.

  24. @Dampier
    Ok danke. Merke ich mir. Ist halt so Sprachgebrauch. Die haben ja auch ein hartes Leben. Nix Supermarkt 😉
    Ich bin ja auch kein Ornithologe ich mag halt Vögel.(Vieleicht weil ich selbst einer bin ?) Ich mag auch Sperlinge oder Schwalben (echte Kunstflieger). Ist schön die Natur zu beobachten. Obwohl ich ja eher so ein „techno“ freak war.

  25. Schoenes Thema. Du beziehst dich vorrangig auf Singvoegel. Greifvoegel und Eulen sind da ein wenig anders. Sie sind eher Standort treu und benutzen ihre Behausungen oft ueber Jahre. Auch haben diese weit groessere Reviere, es geht weniger durcheinander. Auch der Storch kommt bevorzugt zum selben Nistplatz, Jahr fuer Jahr. Insofern ist ein empirisches Beobachten einfacher. Einige Vogelarten sind toleranter als andere,was das Revier angeht. Der Eisvogel zbsp. Benoetigt viel Raum fuer sich. Waehrend der Sperling eher gesellig ist. Aehnliches kann man auf Seen und Gewaessern beobachten. Blesshuhn und Stockente geben sich mit weniger Raum zufrieden waehrend der Haubentaucher keine Fremden Artgenossen in Sichtweite gebrauchen kann. Einige Voegel teilen ihr Revier gezi
    elt mit Mens
    chen. Hausrotschwanz, Mehlschwalbe zum Beispiel. Es gibt da sehr viel zu sagen zur Sache

  26. @step
    Könnte ja sein das Vögel die unter sich in größeren Gruppen leben es auch einfacher mit Menschen haben ? Eulen und andere Greivfögel leben halt meines Wissens nach nicht in Gruppen. Spannende Frage ob das garnichts mit dem Menschen zu tun hatt sondern einfach mit dem allgemeinen Gruppenverhalten ?

  27. @Weinberger
    ich kenne laengst nicht alle vogelarten die bei uns singen, aber bei den singvoegeln singen meist nur die maennchen. Bei rotkehlchen singen beide geschlechter, ich kann ein maennliches rotkehlchen aber nicht von einem weiblichen unterscheiden, zumindest nicht am gesang. Es gibt jedoch unterschiedliche rufe fuer futter, nach den eltern usw., da koennte es schon sein, dass bei manchen arten das weibchen einen eigenen ruf hat um z.b. mit den jungen zu kommunizieren. Sobald ich herausfinde welche das sind, gebe ich dir bescheid.

  28. @Ursula Ich wuerde dir xenocantho (https://www.xeno-canto.org/collection/area/europe) empfehlen. Hier gibts zu jedem vogel mehrere aufnahmen aus verschiedenen regionen und manchmal sind auch verschiedene arten von rufen dabei. Es gibt auch eine app dazu mit der eine die gesaenge runterladen kann (Stimmen der Voegel von Mathieu Groeneveld). Da es in oesterreich 400-500 arten (https://www.birdlife-afk.at/Artenliste_mit_A0_Jan2010.pdf) gibt wuerde ich dir empfehlen mit den haeufigsten voeglen anzufangen. Hier findest du die haefigsten voegel in deutschland (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/vogelportraets/). Die meisten davon sollten auch in oesterreich oft vorkommen. Falls du eine genaue liste fuer oesterreich willst muesstest du jedoch ein vogelbuch konsultieren. Eine andere app fuer eine schnelle feldbestimmung ist der NABU-Vogelfuerher.

  29. @bruno
    schoen, dass dir halbwegs gefallen hat. Den blog gibts! Er heisst https://www.beobachterin.com/
    Es geht aber nicht nur um voegel, sondern um naturbeobachtung insgesamt. Da ich gerade im ausland bin kann ich im moment nicht so viel schreiben, aber ein bis zwei neue eintraege sollten in den naechsten wochen erscheinen.

  30. @Dampier
    Ja, es gibt revierkaempfe, auch zwischen verschiedenen arten. Letztes fruehjahr konnte ich beobachten wie ein kleiber einen specht zuerst angemeckert und dann gejagt hat. Lustig, denn kleiber sind viel kleiner als spechte. Was passiert wenn der eindringling nicht weichen will, weiss ich leider nicht.
    Ich verwende die tonaufnahmen meistens als ergaenzung oder um bestimmte beobachtungen zu bestaetigen. D.h. ich gehe eher raus, hoere zu und versuche dann den singenden vogel zu sehen. Wenn das nicht geht rufe ich freunde an, versuche die vogelstimme nachzumachen und hoere mir dann die aufnahmen von deren vorschlaegen an. So habe ich schon einige neue Voegel kennengelernt.
    Ich finde es auch am angenehmsten mit einem Fachmenschen spazieren zu gehen, aber das geht leider nicht so oft.

  31. @Ex-Esoteriker
    Das hat die vogelspezialistin an unserer uni auch gesagt. Anscheinend ist es ein besonders fitnesszeichen fuer singvoegel wenn sie am morgen, noch vor der nahrungsaufnahme singen. Es koennte aber auch andere gruende geben. Manchmal verselbststaendigen sich gewisse eigenschaften und verhaltensweisen in der evolution. D.h. sie werden weitergegeben, weil es keine selektion dagegen gibt.
    Was jedenfalls fuer die reviermarkierung spricht ist, dass waehrend der singzeit immer wieder die selben punkte (singwarten) in einem bestimmten gebiet besungen werden. Es hat allerdings auch mit der Umgebung zu tun. In staedtischen gebieten singen einige arten frueher bzw. spaeter, weil der strassenlaerm zu laut ist. Die zeit am morgen bzw. am abend koennte daher auch eine ausweichstrategie sein.

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