Heute ist ein besonderer Tag. Der 29. Februar. Den gibt es nicht oft. Aber warum eigentlich? Was soll dieses Theater mit dem Schalttag? Wozu brauchen wir einen Tag, der nur alle paar Jahre mal existiert? Und warum muss der Extratag gerade im kalten Februar angehängt werden?

Schalttage brauchen wir, weil wir unseren Kalender mit den Jahreszeiten synchronisiert haben. Wir möchten gerne, dass Juli und August immer im Sommer stattfinden (ich beziehe mich jetzt immer auf die Nordhalbkugel der Erde); wir wollen, das Weihnachten immer im Winter gefeiert wird und Ostern immer im Frühling. Die Jahreszeiten werden durch die Bewegung der Erde um die Sonne bestimmt (im Zusammenspiel mit der Neigung der Erdachse) und deswegen muss dieses Bewegung auch irgendwo Einfluss auf den Kalender haben.

Um die Sonne einmal zu umrunden, braucht die Erde 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 45,216 Sekunden bzw. 365,24219 Tage. Das ist unpraktisch, denn wir können schlecht einen Kalender konstruieren, der 365 ganze Tage hat und dann noch einen „Minitag“ mit knapp 6 Stunden anhängen. Das würde den kompletten Tag-und-Nacht-Rhythmus durcheinander bringen. Also sind wir einen Kompromiss eingegangen und haben ein Jahr, das 365 Tage dauert. Ist ja nicht schlimm, oder? Sind ja fast 365,24219 Tage. Der kleine Unterschied stört doch nicht…

i-af1d2497b483281273376d40f479718a-PostcardLeapYearMaidensAre1908-thumb-500x319.jpg
In manchen Ländern gibt es seltsame Bräuche in Schaltjahren

Leider doch. Es bedeutet, dass unser Kalenderjahr 0,24219 Tage zu kurz ist. Dieser Fehler summiert sich im Laufe der Zeit. Nach 753 Jahren würden wir Weihnachten mitten im Sommer feiern… Wir müssen den Kalender also genauer machen! Das ist nicht weiter schwer. Der Fehler von 0,24219 Tagen summiert sich nach 4 Jahren auf 0,96876 Tage. Also fast ein ganzer Tag! Wir hängen also in jedem vierten Jahr noch einen Extratag an: Den 29 Februar. Anstatt 365 Tage hat das Jahr dann 366 Tage. Damit haben wir den Fehler ausgeglichen!

Naja, noch nicht wirklich. Schauen wir uns mal einen längeren Zeitraum an. 100 Jahre zum Beispiel. Während hundert Jahren ist jedes vierte nun ein Schaltjahr. Wir haben also 25 Jahre mit 366 Tagen und 75 Jahre mit 365 Tagen. Insgesamt kommen in unserem Kalender also 25*366 + 75*365 = 36525 Tage auf 100 Kalenderjahre. 100 Umläufe der Erde um die Sonne dauern aber nur 36524,219 Tage! Unser Kalender ist nun also nicht mehr zu kurz, jetzt ist er zu lang! Wir haben einen Fehler von 0,781 Tagen auf 100 Jahre gemacht! Ok, das ist wesentlich besser als vorher. Jetzt liegen wir pro Jahr nur noch 11 Minuten daneben. Aber es ist noch nicht gut genug. Auch diese 11 Minuten summieren sich im Lauf der Zeit schnell. Wir müssen den Kalender nochmal korrigieren. Wenn wir alle 100 Jahre um 0,781 Tage falsch liegen, dann ist das ja wieder fast ein ganzer Tag. Da unser Kalender aber zu lang ist, müssen wir nun einen der Schalttage wieder entfernen. Wir führen also eine neue Regel ein: Jedes vierte Jahr ist ein Schaltjahr, aber in jedem Jahrhundert machen wir einmal eine Ausnahme und entfernen den Schalttag wieder und zwar immer dann, wenn sich die Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilen lässt. Das Jahr 2100 wird also kein Schaltjahr sein, das Jahr 2200 auch nicht, und so weiter.

Wie sieht es nun mit der Genauigkeit aus? Wir haben im Jahrhundert nun also nur noch 24 Schaltjahre mit 366 Tagen und 76 normale Jahre mit 365 Tagen. Das macht insgesamt 36524 Tage im Jahrhundert und damit haben wir nur noch einen Fehler von 0,219 Tage auf 100 Jahre bzw. knapp 3 Minuten pro Jahr gemacht! Das ist schon recht gut. Aber immer noch nicht gut genug. Außerdem ist unser Jahr jetzt wieder zu kurz!

Betrachten wir nun also einen noch längeren Zeitraum von 4000 Jahren. Jedes vierte davon ist ein Schaltjahr und alle 100 Jahre lassen wir ein Schaltjahr weg. Wir haben also insgesamt 960 Schaltjahre und 3040 normale Jahre. Das macht 1460960 Tage in unserem Kalender. Für 4000 Umläufe um die Sonne braucht die Erde aber 1460968,76 Tage. In den 4000 Jahren hat unser Kalender also immerhin schon einen Rückstand von fast 9 Tagen angesammelt! Wir führen also eine letzte Korrektur ein. Da wir in den 4000 Jahren jetzt noch einmal 9 Extratage brauchen, geben wir ein paar der vorhin weggenommen Schalttage wieder zurück. Wenn die Jahreszahl nicht nur durch 100 sondern auch durch 400 ohne Rest geteilt werden kann, dann ist dieses Jahr doch ein Schaltjahr. Das Jahr 2000 wäre eigentlich ein Schaltjahr gewesen. Da 2000 durch 100 geteilt werden kann, gehört es aber zu den Ausnahmejahren, die keine Schaltjahre sind. 2000 ist aber auch durch 400 teilbar! Es ist nun also die Ausnahme von der Ausnahme und war deswegen trotzdem ein Schaltjahr und hatte einen 29. Februar. Auch das Jahr 2400 wird so ein besonderes Jahr sein, danach wieder das Jahr 2800 und so weiter.

i-97f1c5375a98a3e8f4a37feb189e9250-Sunday_States_1916_Its_Leap_Year_Boys-thumb-500x364.jpg

Wie genau ist unser Kalender jetzt? Im Zeitraum von 4000 Jahren haben wir nun 970 Schaltjahre und 3030 normale Jahre. Das macht 1460970 Tage. Der Fehler macht nun nur noch 1,24 Tage auf 4000 Jahre aus. Jedes Jahr ist also nur noch 27 Sekunden zu kurz. Natürlich könnte man das auch noch korrigieren und noch ein paar Sonderregeln einführen. Aber irgendwann reicht es dann auch. Wir haben nun eine durchschnittliche Kalenderjahreslänge von 365,2425 Tage und das ist nahe genug an den realen 365,24219 dran. Außerdem ist die Regel für das Schaltjahr nicht dramatisch kompliziert und insgesamt ist das eine recht praktische Lösung. Wenn sich der Fehler von 27 Sekunden in ein paar Tausend Jahren zu einer relevanten Größe aufsummiert hat, können sich unsere Nachfahren ja noch was überlegen 😉

Aber warum findet der Extratag unbedingt im Februar statt? Im warmen Sommer wäre es doch viel schöner, einen zusätzlichen Tag zu haben? Unser gregorianischer Kalender stammt vom Julianischen Kalender ab. Und der Julianische Kalender basiert auf dem alten römischen Kalender. In allen Kalender gab es Schalttage und immer fanden sie im Februar statt. Denn der Februarius war der letzte Monat im römischen Kalender und der natürliche Platz für zusätzliche Schalttage. Das haben die nachfolgenden Kalender beibehalten, selbst als der Jahresbeginn vom März in den Januar verlegt wurde (was übrigens im Jahr 153 v.u.Z. passiert ist, als man Neujahr auf den Tag verschoben hat, an dem die römischen Konsuln ihr Amt antreten).

Also: Macht das beste aus dem heutigen Schalttag! Der nächste kommt erst wieder im Jahr 2016!
Flattr this

58 Gedanken zu „29 Februar: Wo kommt dieser Schalttag her?“
  1. Wenn man’s ganz genau nimmt, dann ist nicht heute der Schalttag sondern schon am 24. Februar, die Tage nach dem 24. Februar werden dann aber umnumeriert weswegen es nicht auffällt. In den älteren Heiligenkalendern rutschten tatsächlich die Gedenktage vom 24 bis 28 Februar in Schaltjahren um einen Tag.

  2. „100 Umläufe der Erde um die Sonne dauern aber nur 36524,219 Jahre!“
    Ich hoffe du meinst Tage 🙂

    „In den 4000 Jahren hat unser Kalender also immerhin schon einen Rückstand von fast 9 Tagen angesammelt!“
    Schrecklich.

    Ok, genug dumme Kommentare. Schöner Artikel!

  3. Ha, da ist mir sogar noch ein schlauer Kommentar eingefallen. Dieses System hat noch einen anderen interessanten Vorteil. 400 Jahre sind 146097 Tage, was exakt 20871 Wochen sind. D.h., die Zuordnung Datum->Wochentag wiederholt sich alle 400 Jahre, was es sehr einfach macht Wochentage über längere Zeiträume zu berechnen. (Siehe Doomsday-Methode)

  4. @Andy: „Wenn man’s ganz genau nimmt, dann ist nicht heute der Schalttag sondern schon am 24. Februar, die Tage nach dem 24. Februar werden dann aber umnumeriert weswegen es nicht auffällt. In den älteren Heiligenkalendern rutschten tatsächlich die Gedenktage vom 24 bis 28 Februar in Schaltjahren um einen Tag. „

    Wenn man es ganz genau nimmt, dann spielen „ältere Heiligenkalender“ in der modernen Welt keine Rolle. Und ich kenne zwar die Geschichte mit dem römischen Kalender und weiß auch, warum sie den 24 genommen haben und nicht den 29. Aber mal ernsthaft: „In Wahrheit ist es der 24. Februar, wir haben es nur anders nummeriert, damit es keiner merkt“ ist schon eine etwas sehr komische Aussage. Da können sich meinetwegen die Philosophen gerne drüber streiten… In diesem Jahr gibt es einen 29. Februar. Den gibt es sonst nicht. Also ist der 29. Februar der Schalttag.

  5. „Das haben die nachfolgenden Kalender beibehalten, selbst als der Jahresbeginn vom März in den Januar verlegt wurde“.
    Aus aktuellem Anlass: Das Finanzamt hält bis heute am römischen Jahresende fest. Manche Dinge ändern sich eben nie, während Planeten hinzukommen und wieder verschwinden.

  6. In der Sendung „Markt“ am Monatagabend auf WDR wurde dies ja bereits behandelt. Auch ein Interwiepartner in dem entsprechenden Beitrag hat das sehr anschaulich erläutert =D
    Ach ja, der dort vorgeschlagene Kalender der beiden Amerikaner halte ich für wenig Sinnvoll. Zumal ich nicht immer an einem Mittwoch Geburtstag haben will!
    Zitat eine Passantin zum Thema: „dann kann doch nicht der Ami kommen und alles über den Haufen werfen!“ (oder so ähnlich)^^

  7. Also sind wir einen Kompromiss eingegangen und haben ein Jahr, das 365 Tage dauert. Ist ja nicht schlimm, oder? Sind ja fast 365,24219 Jahre.

    Und hier meintest Du auch Tage statt Jahre.
    Ansonsten ein sehr guter Artikel.
    Bereits die Ägypter fügten am Ende ihres 12 Monatigen Jahres mit jeweils 30 Tagen 5 an, damit es wieder mit dem Sonnenlauf stimmt.

  8. 3. Absatz 1. Satz steht am Ende noch Jahre statt Tage.

    Wenn sich der Fehler von 27 Sekunden in ein paar Tausend Jahren zu einer relevanten Größe aufsummiert hat, können sich unsere Nachfahren ja noch was überlegen 😉

    Eine Idee um das Problem zu lösen hätte ich schon.
    Sollte es dann möglich sein, könnte man die Erde auf ihrem Umlauf um die Sonne so beschleunigen, dass sie exakt 365 Tage für einen Umlauf benötigt. Wieviel Energie dafür wohl nötig ist? Das sei hier mal als kleine Hausaufgabe gestellt.

  9. “ …und zwar immer dann, wenn sich die Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilen lässt. Das Jahr 2100 wird also kein Schaltjahr sein, das Jahr 2200 auch nicht, und so weiter. “
    Ähm.. Lässt sich 2100 nicht ohne Rest durch 100 teilen? 2100:100=21. Wie setzt man eigentlich Quotes?

  10. @ raubtaube

    Jedes vierte Jahr ist ein Schaltjahr, aber in jedem Jahrhundert machen wir einmal eine Ausnahme und entfernen den Schalttag wieder und zwar immer dann, wenn sich die Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilen lässt. Das Jahr 2100 wird also kein Schaltjahr sein, das Jahr 2200 auch nicht, und so weiter.

    Natürlich läßt sich 2100 ohne Rest durch 100 teilen. Und gerade deswegen ist es ja kein Schaltjahr.

    Quotes: „(

    )…(

    )“ ohne Klammern.

  11. Also: Macht das beste aus dem heutigen Schalttag! Der nächste kommt erst wieder im Jahr 2016!

    Z.B. Geburtstag feiern mit den Menschen, die das nur alle vier Jahre können!
    Bzw. wie wir jetzt wissen, meist noch seltener . . .

  12. @ Florian

    3. Absatz, 1. Satz ist noch ein Fehler, oder?

    Um die Sonne einmal zu umrunden, braucht die Erde 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 45,216 Sekunden bzw. 365,24219 Jahre.

    Wirklich Jahre für einen Umlauf?

  13. Schöner Artikel. Und meine Frage von vorgestern ist auch beantwortet. Dass man den 29. Februar zum Schalttag gemacht hat (und nicht z.B. den 32. Juni) ist nicht mathematisch oder astronomisch sondern historisch bedingt. Dass der Jahreswechsel früher Ende Februar Anfang März stattgefunden hat, wusste ich nicht; erklärt aber warum der Februar normalerweise nur 28 Tage hat. Man hätte die Jahrestage ansonsten ja auch ein bischern „gerechter“ aufteilen können. Der Februar kriegt auch 30 Tage, dafür haben zwei Monate die sonst 31. Tage haben auch nur 30 Tage. Besonders gefallen hat mir übrigens der Schlusssatz 🙂

  14. @Dagmar Behrendt

    Und wer hat’s erfunden?

    Wenn Sie lesen könnten, hätten Sie herusfinden können, dass der Beitrag des Popen sich in der Namensgebung erschöpft hat. Von wegen erfunden …

    mfg georg

  15. >Aber warum findet der Extratag unbedingt im Februar statt? Im warmen Sommer wäre es doch viel schöner, einen zusätzlichen Tag zu haben?

    Im Endeffekt kann sich ja jeder aussuchen, wann jetzt für ihn der zusätzliche Tag ist, es handelt sich schileßlich nur um eine willkürliche Zählweise; der eigentlich zusätzliche Tag im Schaltjahr ist dann der 31. Dezember, weil er der 366. ist.
    Schöner Artikel!

  16. Eine wunderbare Quelle fuer alle Arten von mathematisch-kalendarischen Besserwissereien ist das Buch „Calendrical Calculations“, siehe https://emr.cs.uiuc.edu/home/reingold/calendar-book/index.shtml geschrieben von den Autoren des Emacs-Calendar-Mode.

    Unser (gregorianischer und auch der julianische) Kalender hat auch noch eine Besonderheit darin, wie stiefmuetterlich der Mond behandelt wird: An seinen Umlauf sind die Monate angelehnt, aber da wird gar kein Versuch gemacht, ernsthaft die astronomische Wirklichkeit abzubilden. Das ist insofern erstaunlich, als es historisch ohne grosse Buchfuehrung natuerlich besonders einfach ist, die Mondphasen zu beobachten und daran seine Zeitmessung festzumachen. Fuer Landwirtschaft etc ist es aber natuerlich viel wichtiger, den Jahreslauf richtig hinzukriegen, daher will man eigenlich von seinem Kalender, dass man mit einfachen Regeln aus der Mondbeobachtung den Jahreslauf richtig vorhersagt, und zwar ohne Tage zaehlen zu muessen (welcher praehistorische Bauer kann schon bis 365/366 zaehlen?)

    Physikalisch kann man sich natuerlich noch fragen, warum, die Verhaeltnisse der Umlaufzeiten (Tage/Jahr oder Mondumlaeufe pro Jahr) so krumme Zahlen sind, warum gute Approximationen durch Brueche so grosse Nenner haben muessen (man kann das quantifizieren durch den Vergleich, wie gross der Nenner verglichen mit der erreichten Praezision ist, wie irrational die Zahl also quasi ist). Das koennte Zufall sein, ist es aber nicht: Wenn die Verhaltnissse einfach waeren (zB genau 360 Tage pro Jahr mit genau 30 Tagen pro Monat, so wie meine Bank rechnet), wuerden sich durch Resonanzeffekte die Stoerungen im Sonnensystem aufschaukeln und in astronomisch kurzen Zeiten, der Erdorbit um die Sonne instabil werden. Formalisiert wird das durch eines der modernsten mathematischen Gebiete der theoretischen Mechanik, der „KAM-Theorie“: https://en.wikipedia.org/wiki/Kam_theory

    BTW, kleiner Pitch in eigener Sache: Wer in Muenchen ist, kann im Sommersemester in mein Mechaniksemiar kommen, wo wir genau darueber reden wollen: https://lsf.verwaltung.uni-muenchen.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung&veranstaltung.veranstid=407699

  17. Der Beginn des neuen Jahres scheint etwas chaotisch gewesen zu sein. Jedenfalls findet man folgendes:
    „Bis zur Festsetzung des Neujahrstages im Jahr 1691 durch Papst Innozenz XII. auf den 1. Januar galt in weiten Teilen Europas der 6. Januar als Jahresbeginn.“ Quelle: Wikipedia

    Hier steht wiederum etwas anderes:
    „Im Mittelalter hatte das Jahr ansonsten an unterschiedlichen Tagen begonnen, darunter Weihnachten, Ostern und Mariä Verkündigung“ Quelle: Wikipedia

  18. Danke für den tollen Artikel.
    @FF: Ich will jetzt nicht sticheln, aber du hast dich jetzt schon lange nicht mehr bezüglich irgenwelcher VTs geäussert…Sag bloß, die lassen dich in letzer Zeit in Ruhe 😛

  19. @ Oliver Debus

    Natürlich läßt sich 2100 ohne Rest durch 100 teilen. Und gerade deswegen ist es ja kein Schaltjahr.

    Ah Danke. Der Groschen ist gefallen. Auch beim zitieren.
    Toller Artikel übrigens!

  20. @Robert: Physikalisch kann man sich natuerlich noch fragen, warum, die Verhaeltnisse der Umlaufzeiten … so krumme Zahlen sind. […] Das koennte Zufall sein, ist es aber nicht: Wenn die Verhaltnissse einfach waeren … wuerden sich durch Resonanzeffekte die Stoerungen im Sonnensystem aufschaukeln und in astronomisch kurzen Zeiten, der Erdorbit um die Sonne instabil werden.

    Das hört sich ja fast so an, als würde sich die Erde absichtlich so verhalten, oder jemand ganz spezielles sorgt dafür, dass sie es macht. Den 24-Stunden-Tag gab es früher nicht. Angefangen hat es (glaube ich) mit 6,5 Stunden und die Erde wurde im Laufe der Zeit immer langsamer. Bei diesem Langsamerwerden hat die Erde bestimmt auch irgendwelche Phasen durchlaufen, bei denen Jahr/Tag oder andersrum schöne glatte Zahlen ergeben hat.

  21. @Mr_M_M: Natuerlich hat das nicht der liebe Gott so eingerichtet, sondern Planeten, die in diesem Fall unguenstige Umlafperioden hatten, sind schon vor langer langer Zeit aus dem Sonnensystem rauskatapultiert worden, bzw mir diesen Bahnparametern hat sich nie ein Planet aus dem rumfliegenden Geroell bilden koennen.

  22. @Robert: Florian schreibt Um die Sonne einmal zu umrunden, braucht die Erde 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 45,216 Sekunden bzw. 365,24219 Tage.
    Bezugsgröße bei diesen Zahlen ist doch unser 24 Stunden-Tag? Wäre der Tag kürzer (was er früher ja mal war) könnte zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. für eine bestimmte Zeitspanne die Zeitangabe mit glatten Zahlen beschrieben werden. Zu dieser Zeit hätten sich doch diese Resonanzeffekte ergeben müssen? Oder verstehe ich das falsch?

  23. @Mr_M_M: Im Prinzip schon, aber die Instabilitaet kann auch darin bestehen, dass sich dann die Bahndaten entsprechend aendern. Ausserdem ist die Umlaufzeit um die Sonne (also die Jahreslaenge) auch nicht ganz konstant (das waere sie nur im echten Zweikoerperproblem mit Punktteilchen), dh es koennte trotzdem sein, dass sich die Resonanzen vermeiden.

    Leider ist das Geschaeft komplizierter, gewisse Kombinationen sind auch wieder besonders stabil: ZB beim Mond sind Rotation um Umlaufperiode gleich, das Verhaltnis ist 1, wir sehen immer die gleiche Seite des Monds.

    Etwas mehr steht auch hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Stability_of_the_Solar_System

  24. @Robert und was ist wenn es „runde“ verhältnisse im Binär, Oktal, Duodezimal oder Hexadezimal System sind? Gibt es da auch Probleme oder beschränken die sich auf das Dezimalsystem?

  25. Sollte es dann möglich sein, könnte man die Erde auf ihrem Umlauf um die Sonne so beschleunigen, dass sie exakt 365 Tage für einen Umlauf benötigt. Wieviel Energie dafür wohl nötig ist?

    Habe mal ein wenig gerechnet. Damit wir einen ein Jahr mit 365 Tage bekommen müßte man die Erde nur 60930 Kilometer näher an die Sonne heranbringen und dann ihre Umlaufgeschwindigkeit auf 29,8477 km/s bringen. Da die Erde die Sonne auf einer Ellipse umläuft, kommt sie im Laufe des Jahres der Sonne deutlich näher und wird auch deutlich schneller als die von mir berechneten Werte. Man muß also „nur“ den richtigen Zeitpunkt abwarten und dann die Erde abremsen, damit sie auf dieser neuen Bahn bleibt. Abbremsen deshalb, weil sie ja auf ihrem Weg zum sonnennächsten Punkt schneller wird. Das klingt doch recht einfach, oder? 😉

  26. Ich bin bei dieser Gelegenheit einfach nur froh, dass es unser Sohnemann etwas eilig hatte, und schon vor 11 Tagen zur Welt kam. Wir hatten schon ein wenig gezittert, dass er es möglicherweise etwas langsamer angehenlassen würde und dann am Schalttag zur Welt käme…

  27. Interessant, daß für die alten Römer das Jahr am ersten März anfing.

    März kommt (so wiet ich weiß) von Mars, dem Kriegsgott. Und der März war der erste Monat nach dem Winter, wo man mit dem Krieg wieder weitermachen konnte.

    Jahresbeginn == Kriegsbeginn.

  28. Interessanter Artikel: https://derstandard.at/1330389930976/Achtung-Heiratsantrag-Grossbritanniens-Fraue n-im-Leap-Day-Fieber Am 29. Februar herrscht in Großbritannien beziehungstechnischer Ausnahmezustand. Alle Schaltjahre wieder fallen Frauen auf die Knie, ziehen Ringe aus der Tasche und halten um die Hand eines auserwählten Mannes an. Auslöser dafür ist eine alte nordeuropäische Tradition, die der Legende nach auf den heiligen Patrick zurückgeht, der diesen damals außerhalb des Gesetzes stehenden Tag dazu auserkor, auch den Frauen das Recht zum Heiratsantrag einzuräumen. Auch wenn es in emanzipierten Kreisen skurril anmuten mag, ist der Mythos des „Leap Day“ ungebrochen populär

  29. Das das Jahr 365,24220 Tage hat, und nicht 365,25 lässt sich das Problem nicht zu gänze mit einem Schalttag lösen, und auch die Sonderregel mit den Jahrhunderten hilft nicht zur Gänze. Das Witzige an der Sache waren die Umstellungen der Kalender, mit denen mal die Ungereihmtheiten in den Griff bekommen wollte (Der julianische Kalender hatte keine Schaltjahre), insbesondere der Fall Schweden. Hier nachzulesen: https://www.astronews.com/news/artikel/2012/02/1202-041.shtml

  30. Der Kalender gehört reformiert!
    Ein vernünftiger Anfang ist der Weltkalender. Der kaum etwas verändern. Es gibt zwölf Monate, die gut vier Wochen lang sind und Neujahr ist im nordischen Winter.
    Ich würde ja gerne den Jahresanfang auf den nordischen Frühlingspunkt setzen. Aber die meisten Leute wollen, dass grob alles so bleibt, wie es ist.

    Der Zeitpunkt für eine große Reform, also Jahresanfang auf den nordischen Frühlingspunkt (im Norden leben die meisten Menschen, und Frühling gilt dort gewöhnlich als erste Jahreszeit) und Definition des Jahr Null, wird kommen. Aber wir werden erst im Nachhinein wissen, wann dieser Zeitpunkt gewesen sein wird.
    Der Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems wäre passend.
    Und diese unsäglichen Zeitzonen müssen weg. Praktischerweise nehmen wir da die Zeit vom Nullten Längengrad. Ob das dann London oder Mekka wird, ist mir egal. Hauptsache einheitlich.

    Ich habe übrigens gerade, nach Hinweis eines Freundes, meine Armbanduhr auf den 29. Februar umgestellt. Sämtliche meiner Uhren laufen auf UTC. Ich weiß ja, dass Busfahrpläne etc im Winter eine Stunde und im Sommer zwei Stunden vorgehen.

    @FF
    Hochzeitstag am 29. Februar hat den großen Vorteil, dass man nur alle vier Jahre Tamtam veranstalten muss.

  31. @Oliver Debus: Einfacher als die Erdbahn zu verändern, wäre es vermutlich die Erdrotation etwas abzubremsen. dann hat man auch ein Jahr von genau 365 Tagen. Oder man wartet, bis es die Gezeitenreibung tut.

  32. @someone: ich schätz mal das war eine scherzfrage, darum hat vermutlich auch niemand darauf geantwortet. aber falls nicht: das zugrundeliegende zahlensystem ist natürlich egal, es geht ja nur um ganzzahlige verhältnisse. und ein ganzzahliges verhältnis in einem zahlensystem mit beliebiger basis ist immer auch ein ganzzahliges verhältnis im dezimalsystem. um bei robert’s beispiel von oben, 360/30 = 12 zu bleiben, im oktalsystem heißt es halt 550/36 = 14, oder im hexadezimalsystem 168/1E = C.

  33. Genug der vielen teilwahrheitigen Meinungen ! Es soll endlich mal jemand kurz und bündig einen A-4 Artikel schreiben, der die Ursprünge, Gründe des Schalttages, der im Französischen übrigens viel genäuer „jour/année bissextile“ heisst, hier veröffentlichen lassen, sonst arten diese vielen Wikipedia – Meinungen zu einem unseriösen Geschwafel aus.

  34. @Andre: „Genug der vielen teilwahrheitigen Meinungen ! Es soll endlich mal jemand kurz und bündig einen A-4 Artikel schreiben, der die Ursprünge, Gründe des Schalttages, der im Französischen übrigens viel genäuer „jour/année bissextile“ heisst, hier veröffentlichen lassen, sonst arten diese vielen Wikipedia – Meinungen zu einem unseriösen Geschwafel aus. „

    Was genau stört dich an diesem Artikel hier? Was daran ist unseriös? Was daran Geschwafel? Was nur eine „Meinung“?

  35. @Christian Berger
    Ich habe vor ein paar Jahren mir so eine Digitaluhr gekauft, die Ende der 1980er haufenweise verkauft wurden. Die Batterie hält sieben Jahren und das Ding verstellt sich pro Monat um fünf Sekunden. Das mit den Schaltjahren muss ich von Hand regeln. Soweit ist das ok. Das Ding ist billig und gut.
    Ich habe bisher solche Uhren immer kaputtgekriegt (Taster festgerostet, Armband gerissen und Uhr verloren), bevor die Batterie leer war.
    Eifon oder ähnliches habe ich nicht. Ich habe ein Telefon zum Telefonieren, Fotoapparat zum Fotografieren, Computer um in diesem Blog zu kommentieren.
    Funkuhr brauche ich nicht. Die geht hier ja immer falsch.

  36. Nochwas zur Kalenderreform.
    Wenn die Leute unbedingt eine Siebentagewoche haben wollen, dann schreit das förmlich nach 13 Monaten zu je vier Wochen, einem Neujahrstag, der keinen Wochentag hat, und nach der gregorianischen Regel einem Schalttag, der auch keinen Wochentag hat. Wenn man die Monate mit Montag anfängt, dann gibt es nie wieder Freitag den 13., aber einen 13. Monat. Und es gibt 13 mal einen Samstag den 13.. Ob das Unglück bringt?

    Die Mondphase kriegt man eh nicht eingebügelt. Verzichten wir auf das!

  37. hallo.
    durch zufall kam ich auf diese seite.
    meine frage: auf einem grabstein von poln. zwangsarbeitern in bonn, las ich heute ein geburtsdatum 29.02.1911.
    nun war ja 1911 kein schaltjahr, ergo gab es auch keinen 29.02.1911.
    bei der internetrecherche fand ich noch öfters dieses datum, meist für polnische menschen.
    kann es sein, dass in polen oder osteuropa damals tatsächlich ein 29.02.1911 gab? oder war der standesbeamte mit dem datum einfach etwas ‚lockerer‘?
    danke im voraus.
    markus krolla

  38. 1911 war nirgends ein Schaltjahr, auch nicht in jenem Teil Polens, der 1911 noch russisch war und in dem der Julianische Kalender galt. Eine kurze Recherche hat gezeigt, dass dieses Datum auch auf einem deutschen Kriegerdenkmal verwendet wurde. Die für mich einzig schlüssige Erklärung ist ein Lese- oder Übertragungsfehler aufgrund mündlicher Angaben oder fehlerhafter Geburtsregister.
    Der Gedenkstein, den Sie meinen, wurde 1988 im Rahmen eines Schülerprojekts errichtet. Die haben womöglich nicht so genau gearbeitet.

  39. @kreisl

    Nö, wenn man sich nach dem siderischen Jahr richten würde, dann stünden zwar zum selben Kalenderdatum jedes Jahr immer genau die selben Sternbilder am Himmel, aber dann würde es irgendwann im Sommer frieren und im Winter 40° werden. Man richtet sich nach dem Jahr, d.h. wenn die Sonne die Wendekreise (englisch tropic) oder den Äquator überschreitet, bis sie das gleiche das nächste Mal in der gleichen Richtung tut, dann bleibt Winteranfang immer am 21. Dezember, denn die Jahreszeiten hängen genau davon ab, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Dafür stehen dann halt in 13000 Jahren unsere Wintersternbilder am Sommerhimmel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert